Qualität

Die Bedeutung des Themas Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung ist in den vergangenen Jahren besonders auch im Bildungsbereich kontinuierlich angestiegen. Was nicht heißen soll, dass Bildungseinrichtungen nicht schon davor qualitativ hochwertige Arbeit geleistet hätten. Als neuartig ist die Verwendung von speziellen Instrumenten bzw. Verfahren zu bezeichnen, mit denen Qualität „gemanaged“ werden kann. Diese Qualitätsmanagementsysteme stammen ursprünglich aus Industrie und Wirtschaft, wo sie seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts strategisch eingesetzt werden.

Nachdem zunächst auf europäischer Ebene im Hochschulbereich entsprechende Initiativen geplant und umgesetzt wurden (siehe z.B. www.enqa.eu), wird das Thema seit Copenhagen im Jahr 2002 auch im Bereich der beruflichen Bildung viel diskutiert.

Entwicklungslinien des Qualitätsmanagements

Im Gegensatz zum Bildungsbereich haben Qualitätsmanagementsysteme in Unternehmen schon eine längere Tradition vorzuweisen. Während der Schwerpunkt anfänglich auf die Produktqualität gelegt wurde und sich die Qualitätssicherung auf die Endkontrolle der Produkte beschränkte, setzten sich später prozessorientierte Ansätze durch, womit der gesamte Prozess der Produkterstellung in den Blickpunkt kam. Die Ausweitung des Prozessgedankens auf eine gesamte Organisation führt schließlich hin zum Qualitätsmanagement. (1)

Zu einem der wichtigsten Ansätze innerhalb des Qualitätsmanagements zählen die Vorschläge des amerikanischen Physikers, Statistikers und Wirtschaftspioniers Edward William Deming. Er definiert Qualitätsmanagement als eine Aufgabe, die nicht nur Teilbereiche, sondern ein gesamtes Unternehmen bzw. eine gesamte Organisation betrifft. Die Organisation als Ganzes muss demnach Qualität umsetzen. Zu den zentralen Forderungen Demings zählt außerdem der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP). Das jeweilige Qualitätsmanagementsystem muss dafür sorgen, dass die Qualität der jeweiligen Produkte bzw. Leistungen ständig verbessert wird.

Der Demingkreis (bzw. PDCA-Kreis) veranschaulicht den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung:

Beim PDCA-Kreis handelt es sich um ein Anwendungs- und Erklärungsmodell, das als universelles Modell zur Qualitätsverbesserung nach wie vor aktuell ist. Es besteht aus vier Phasen, die als fortlaufender, d. h. nie endender Prozess zu verstehen sind:

Plan: In einer Planungsphase werden Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung z. B. auf Basis eines Arbeitsprogramms entwickelt
Do:  Die geplanten Maßnahmen werden in einer Organisation umgesetzt.
Check:  Die Maßnahmen werden evaluiert.
Act: Auf Basis der Ergebnisse der Check-Phase werden gegebenenfalls wieder korrigierende bzw. qualitätsverbessernde Maßnahmen eingeleitet bzw. neue Ziele definiert.

Aufbauend auf den Ergebnissen Demings entwickelte der Japaner Ishikawa das Company-Wide Quality Control-Konzept, als dessen Schwerpunkt die verstärkte Einbeziehung der Mitarbeiter/innen eines Unternehmens bzw. einer Organisation im Rahmen des Qualitätsmanagements zu bezeichnen ist. Dabei handelt es sich um einen der ersten Total Quality Management – Ansätze, die als die umfassendsten Qualitätsstrategien angesehen werden können, die für ein Unternehmen bzw. eine Organisation denkbar sind.

(1) Vgl. Ott, Bernd/Scheib, Thomas: Qualitäts- und Projektmanagement in der beruflichen Bildung. Einführung und Leitfaden für die Aus- und Fortbildung. Berlin 2002, S. 15.


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