Ablauf des Peer Review Verfahrens

Das für die Berufsbildung entwickelte europäische Peer Review Verfahren lässt sich in vier Phasen darstellen:

Phase 1: Die Vorbereitung des Peer Review Besuchs sollte mindestens drei Monate vor dem tatsächlichen Termin beginnen. In dieser Phase wird begonnen, den Peer Review Besuch zu organisieren (Erstellung eines Zeitplans); die Schule sollte spätestens einen Monat vor dem Besuch ihren Selbstbericht (Grundlage: Selbstevaluation der Schule) fertig gestellt haben; die Peers werden in dieser Phase rekrutiert und geschult.

Phase 2: In dieser Phase besuchen die Peers die Schule und führen eine Evaluierung durch, die in der Regel einen Rundgang, Beobachtungen (z.B. durch Unterrichtsbesuche) und vor allem Interviews mit den Betroffenen (d.h. Schüler/innen, Lehrer/innen, Schulleitung, Eltern etc.) umfasst. Die Peers arbeiten während dieser zwei bis drei Tage intensiv mit den Informationen, die sie gewinnen, d.h. sie sammeln, verdichten, analysieren und bewerten diese. Die Peers geben am Ende ihres Besuchs ein erstes mündliches Feedback an die Schule.

Phase 3: Spätestens vier Wochen nach dem Peer Besuch erstellt das Peer Team einen Rohbericht, zu dem die Schule Stellung nehmen kann. Anschließend wird der endgültige Peer Review Bericht verfasst.

Phase 4: Diese Phase ist entscheidend für die Schulentwicklung und für die Verbesserungsmaßnahmen, die an den Peer Review Besuch anschließen sollen. Die Ergebnisse und Empfehlungen des Peer Review Verfahrens werden in Ziele übersetzt und konkrete Maßnahmen für die Qualitätsverbesserung der Schule daraus abgeleitet. Diese Verbesserungen werden geplant und durchgeführt, bevor ein nächstes Peer Review (frühestens nach zwei Jahren) geplant wird. Damit schließt sich der Qualitätskreislauf.

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Grafik entnommen aus dem Handbuch zum europäischen Peer Review Verfahren (S. 8)

Das Peer Review Verfahren, das in der Konzeption immer an den Grundsätzen des CQAF (Common Quality Assurance Framework) ausgerichtet war, zeichnet sich durch einen bottom-up-Ansatz aus, hat formativen, entwicklungsorientierten Charakter und setzt den Schwerpunkt auf die Etablierung kontinuierlicher Qualitätsentwicklung. Bottom-up bedeutet unter anderem, dass sowohl die Auswahl der Qualitätsbereiche als auch die Auswahl der Peers durch die jeweilige Schule erfolgt.

Die Zirkularität des Peer Review-Modells weist darauf hin, dass es sich nicht primär um ein Instrument der Qualitätsprüfung, sondern um ein Verfahren der Schul- bzw. Organisationsentwicklung handelt. Peer Reviews sollen eine Feedbackschleife, d. h. ein Rückmeldesystem erzeugen, welches dazu dient, Ist und Soll sowie Geplantes und tatsächlich Erreichtes miteinander abzugleichen und den Erkenntnisgewinn in einen kontinuierlich laufenden Lern- und Verbesserungseffekt zu übersetzen.

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