Good Practice Vienna Business School
DIE SCHULE:
Vienna Business School – Schönborngasse
Schönborngasse 3-5
1080 Wien
Tel.: 01 406 45 14
E-Mail: schoenborngasse@vbs.ac.at
Web: www.schoenborngasse.vbs.ac.at
DIE AKTEUR/INNEN:
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HR MMag. Dr. Sylvia BATTENFELD Direktion/Schulleitung | MMag. Dr. Maria FÖLHS Administration und Schulformenentwicklung | Dr. Peter KRAUSKOPF Schulqualitäts- und Strategiemanagement | Mag. Eveline GRUBNER Schulqualitäts- und Prozessmanagement |
Schulleiterin: Stefanie Sylvia Battenfeld war seit 1980 Lehrerin in der Vienna Business School Schönborngasse für kaufmännische Gegenstände, bevor sie 1998 in die Direktion übersiedelte. Bereits vom Start der Schulleitung weg war es ihr ein großes Anliegen, ein funktionierendes Qualitätsmanagement (QM) einzuführen.
Das nach dem KVP-System (kontinuierlicher Verbesserungsprozess) aufgebaute QM wurde im Laufe der Zeit an QIBB angepasst. Die Verschmelzung der beiden Systeme präsentiert sich derzeit als kompaktes Ganzes, das auf die Bedürfnisse der Schule zugeschnitten ist. Unter ihrer Leitung wurden auch die verschiedenen Schultypen mit innovativen Ideen an die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen angepasst.
DIE GUTE PRAXIS, dargestellt entlang einiger Fragen:
1. Können Sie uns Ihre Schule in wenigen Sätzen kurz vorstellen?
Im Herzen der Wiener Josefstadt orientiert sich die VBS-Schönborngasse an:
- einem praxisnahen, vernetzten Kompetenzaufbau und
- einem „Caring“ für und mit allen ihren Schüler/innen
mit dem Ziel, sie zu fachlich und gefestigten Persönlichkeiten zu entwickeln.
Die Ausbildung in der VBS Schönborngasse ist …
… wertvoll
Hier erhalte ich eine wertvolle Ausbildung, die in der Wirtschaft anerkannt ist. Mit ihrem weit gefächerten Bildungsangebot eröffnet mir die VBS Schönborngasse die Möglichkeit, selbstbestimmt und in Zusammenarbeit mit engagierten Lehrer/innen die Basis für meine ganz persönliche Karriere zu legen. Ich plane meinen beruflichen und gesellschaftlichen Stellenwert, den ich durch meine Kompetenzen und meine Leistungsbereitschaft nach eigenen Zielsetzungen auf- und ausbauen kann.
Das bedeutet konkret:
- 4 Marken für eine individuelle Lebensplanung:
HAK Classic, HAK Plus, HAS Business, AUL Modular; - Unverwechselbares Spektrum an hochwertigen Unterrichts- und Zusatzangeboten;
- Erfolg durch Praxisnähe, Ziel- und Leistungsorientierung;
- Vernetzung der ganzheitlichen Wirtschafts- und Allgemeinbildung als Basis des nachhaltigen Kompetenzaufbaus.
… wertschätzend
Hier werde ich als Persönlichkeit mit meiner individuellen Geschichte ernst genommen und ich lerne andere Menschen und Kulturen schätzen. Die VBS Schönborngasse bietet mir einen konkreten, aber stressfreien Rahmen, um Potentiale in mir selbst und in anderen zu fördern. Ich erfahre die Bedeutung von Weltoffenheit und entspannter Eigensteuerung für Beruf und Leben.
Das bedeutet konkret:
- Herzliches Schulklima durch Respekt und Vertrauen;
- Klare Erwartungen und gemeinsame Spielregeln;
- Persönlichkeitsentwicklung unterstützt durch systemisches Coaching;
- Oasen für verdientes Entspannen und kulturelles Wohlfühlen.
… wertentwickelnd
Hier kann ich entwickeln, was über die reine Ausbildung hinausgeht, aber für beruflichen Erfolg und eine vollwertige Persönlichkeit genauso wichtig ist: In der VBS Schönborngasse verstehe und erlebe ich aktiv, wie weitverzweigt Wirtschafts- und Lebensprozesse ablaufen. Ich erarbeite mir Wissen und Orientierungen, die mir helfen, nicht zu den vielen Rädchen in einem undurchschaubaren Getriebe zu gehören, sondern zur Gruppe der umsichtigen, verantwortungsbewussten Player.
Das bedeutet konkret:
- Hineinwachsen in Verantwortung gegenüber der natürlichen und gesellschaftlichen Umwelt;
- Entwicklung mündiger Persönlichkeiten, die selbständig komplexe Zusammenhänge erkennen und danach handeln;
- Förderung von Haltungen, die erfolgreich durch Studium und Beruf führen;
- Aufbau der Bereitschaft, die Zukunft nachhaltig mitzugestalten.
VORSPRUNG – BILDUNG – SCHÖNBORNGASSE
2. Wie ist an Ihrer Schule das Qualitätsmanagement organisiert?
Das KVP-Qualitätssystem ist seit seinem Beginn 1998 als Bottom-up-Prozess organisiert. Die wesentlichen Entscheidungen und die Bildung von Projektgruppen zur Umsetzung der KVP-Projekte erfolgt gemeinsam in der Steuergruppe (ca. 30 Prozent des Lehrer/innenteams). Seit der Einführung der SQPMs haben diese die Prozessverantwortung für den kompletten Qualitätsprozess übernommen.
Die Qualität in der VBS-Schönborngasse wird auf zwei Ebenen sichergestellt:
- Auf der Fachbereichsebene durch die Fachbereichsleiter/innen und Fachgruppenkoordinatoren mit einer entsprechenden Meetingkultur (regelmäßige Klein- und Großgruppentreffen).
- Auf der Gesamtorganisationsebene durch die KVP-Steuergruppe mittels regelmäßiger Workshops und laufender Entwicklungsarbeit in Projektgruppen.
Die Koordination erfolgt einerseits durch das Mittlere Management (z. B. Koordinations- und Informationsplattform, Riskmanagement) und andererseits durch die Steuergruppe (z. B. Standortbestimmung, Umfeldanalyse, Projektauswahl, Evaluierung).
Im jährlichen Management Review werden die Qualitätsziele für das folgende Jahr festgelegt (Beispiel: Weiterentwicklung des AUL Modularsystems). Die in Teams erarbeiteten Maßnahmen werden bei pädagogischen Konferenzen präsentiert und die Umsetzung beschlossen. Zwischen- und Endevaluationen (z. B. Entwicklung von Erfolgsquoten und qualitative Feedbacks) begleiten den Implementierungsprozess, die über eventuelle weitere Maßnahmen (z.B. Übergang von einer Pilotphase in ein „Roll Out“ oder notwendige Nachjustierungen) entscheiden.
Die Zieldefinition, Planung, Umsetzungsschritte und Evaluationsergebnisse werden transparent in jährlichen Qualitätsberichten dargestellt und im Rahmen externer Audits (Audit durch den Landesschulinspektor, Management Review) geprüft.
Die Evaluierung erfolgt mittels entsprechender Evaluierungstools, z.B.:
- statistische Erhebungen, z.B. 26 abgehaltene Studienclubs pro Jahr;
- Onlinebefragungen, z.B. Vollerhebung der Schulqualität alle 2 Jahre aus Lehrer/innen und Schüler/innensicht;
- Expertengruppen, z.B. Klassenvorstände evaluieren die Einführung eines elektronischen Klassenbuchs;
- Instrumente der Unterrichts- und Projektevaluation, z.B. 360 Grad-Feedback von Gästen, Auftraggeber, beteiligten Klassen,…;
- wissenschaftliche Studien, z.B. KVP-Implementierung, HAS, Lernformen für AUL-Klassen, Teamteachingkonzept.
Die zentralen Phasen (Ziele, Verantwortlichkeiten, Ergebnisse) werden intern (z. B. Info-Point, Intranet, pädagogische Konferenzen, Steuergruppenmeetings, Zwischen- und Schlusskonferenzen), sowie in eingeschränkter Form extern kommuniziert (z. B. aktuelle Berichte in der Vienna Business Times, im Jahresbericht, auf der Homepage) und transparent gemacht.
3. Hat die Einführung von QIBB Ihre Schule verändert und falls ja, wie?
Dies ist schwer zu beantworten, da die VBS-Schönborngasse bereits seit 1998 ein Qualitätsmanagementsystem nach dem KVP implementiert und dieses mit entsprechenden Elementen aus dem QIBB-System ergänzt hat.
Durch das QIBB-System hat die Vernetzung unter den Schulen und der Austausch von Good Practice-Beispielen bzw. die Verständigung über Probleme und mögliche Vorgehensweisen zugenommen. Schulen die sich bisher weniger mit Qualitäts- und Organisationsentwicklungsfragen beschäftigt haben, wurden dadurch motiviert, die entsprechenden Strukturen und Abläufe in ihrer Schulorganisation zu implementieren.
4. Was ist aus Ihrer Sicht unbedingt notwendig, damit QIBB gelingt und den Schulalltag nachhaltig verändert?
1. Sich über das Ziel (Strategie) zu verständigen.
2. Entsprechende Strukturen (z. B. Steuergruppe, Mittleres Management, Projektgruppen, Ressourcen und Sicherstellung des Kommunikationsflusses) aufzubauen.
3. Die Schulkultur zu beachten.
4. Wichtig scheint, dass keine Übersättigung mittels Fragebogenerhebungen stattfindet.
Um Nachhaltigkeit zu erreichen, ist es sicher notwendig, dass alle Beteiligten das Gefühl haben, dass ihre Interessen wahrgenommen und berücksichtigt werden. Die Rolle der Schulleitung ist dabei nicht zu unterschätzen, ein ausdrückliches und eindeutiges Engagement für das QM ist Voraussetzung. Gerade das System des KVP begünstigt die Politik der kleinen Schritte, Erfolge und Ergebnisse sollten in kürzeren Abständen feststellbar sein. Top-down-Entscheidungen sind zu vermeiden. Alle Beteiligten müssen zur Mitarbeit bereit sein und immer wieder zur Mitarbeit eingeladen werden.
Für die Arbeit der SQPMs ist es notwendig, dass sie und ihre Tätigkeit vom Lehrer/innen-Team akzeptiert und anerkannt werden. Eine starke Vertrauensbasis mit der Schulleitung und den Mitgliedern des Mittleren Managements (in dem sie eine tragende Rolle spielen) ist ebenfalls unverzichtbar.
5. Was sind Ihrer Meinung nach die Stärken von QIBB? Was könnte verbessert werden?
Formulierung konkreter Ziele und Überprüfung des Erreichten. Die Stärke von QIBB liegt sicherlich in der Austauschmöglichkeit zwischen den Schulen im Rahmen der SQPMs und deren laufender Koordinationsarbeit.
6. Welchen Themen bzw. Projekten werden Sie sich in den nächsten Jahren konkret im Hinblick auf Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung widmen?
Für unser Haus steht die Implementierung der Neuen Wiener HAK (bestehend aus 10 konkreten Entwicklungspfaden, wie Aufbau eines Mittleren Managements, flächendeckende Entrepreneurship Education, Individualisierung, Modularisierung, etc.) absolut im Vordergrund, wobei wir uns bereits deutlich auf dem Weg befinden. Begriffe wie Entrepreneurship und St. Galler Managementkonzept (ganzheitliches und nachhaltiges Organisationsverständnis unter Einbeziehung der Anspruchsgruppen und Entwicklungen der Umweltsphären) sind für unsere Lehrer/innen und Schüler/innen nicht mehr nur Schlagworte, sondern werden zunehmend in den Arbeitsalltag integriert.
Mit unserer strategischen Ausrichtung und unseren 4 Marken (HAK plus, HAK classic, HAS Business, AUL modular) haben wir eine zukunftsweisende Positionierung im Wirtschaftsschulbereich vorgenommen. Die Weiterentwicklungsmaßnahmen orientieren sich an dieser Ausrichtung.
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Wir bedanken uns herzlich für die Beantwortung unserer Fragen und die mitgelieferten Informationen.
Das ARQA-VET Team, im Dezember 2009

















