Good Practice Fachschule und Aufbaulehrgang für wirtschaftliche Berufe Sta. Christiana, Rodaun
DIE SCHULE:

Fachschule und Aufbaulehrgang für wirtschaftliche Berufe
Sta. Christiana, Rodaun
Willergasse 55
1230 Wien
Tel.: 01/888 41 43-22
E-Mail: fs.rodaun@stachristiana.at
DIE AKTEURINNEN:
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SCHULLEITERIN: | SQPM: |
Mag. Belinda Schefer-Sassmann kommt aus Oberösterreich, studierte in Innsbruck kombinierte Religionspädagogik und Germanistik und unterrichtete von 1982 bis 2007 an einer berufsbildenden Höheren Schule in Wien Deutsch und katholische Religion.
2007 übernahm sie die Schulleitung der Fachschule und des Aufbaulehrgangs Institut Sta. Christiana Rodaun im 23. Bezirk in Wien. Ein besonderes Anliegen ist ihr, den Qualitätsprozess in der Schule so umzusetzen, dass jede/r seinen/ihren persönlichen Nutzen erkennt.
Kontaktdaten:
Tel.: 01 / 888 41 43-22
Email Direktion allg.: fs.rodaun@stachristiana.at
MMag. Birgit Schmiedl kam 2006 als Quereinsteigerin aus dem Bereich Projektmanagement ins Schulsystem. Ihre beruflichen Erfahrungen in Qualitätsmanagement, Marketing und Erwachsenenbildung bieten ihr Anknüpfungspunkte für die Arbeit mit den Schülern/innen in den wirtschaftspädagogischen Fächern.
Ein Schwerpunkt in der Qualitätsarbeit ist für sie das Integrieren von qualitätsfördernden Maßnahmen in den Alltag, damit QM nicht als zusätzliche, aufgesetzte Arbeit sondern als wertvolle Grundlage für die täglichen Aufgaben verstanden wird.
LEITFRAGEN für die Good Practice Darstellung
1. Können Sie uns Ihre Schule in wenigen Sätzen kurz vorstellen?
Die derzeit 8 Klassen der Fachschule und des Aufbaulehrgangs von Sta. Christiana in Rodaun beherbergen insgesamt über 200 Schüler/innen, die sich für die Ausbildungsschwerpunkte Gesundheit und Soziales (in der Fachschule) und Medieninformatik (im Aufbaulehrgang) interessieren. Als katholische Privatschule stehen sowohl die Vermittlung als auch das Leben der christlichen Werte im Zentrum der Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrern/innen und Schülern/innen. So wird der Persönlichkeitsentwicklung der Schüler/innen im Rahmen ihrer Ausbildung ein hoher Stellenwert zugeschrieben. Sie sollen dazu hingeführt werden, selbständig und selbstmotiviert am Wachsen ihrer Kenntnisse und Kompetenzen mitzuwirken. Kooperationen mit Unternehmen und Institutionen für Praxiserfahrungen tragen dazu eben bei wie zusätzlich angebotene Ausbildungen (z.B. ECDL, Unternehmerführerschein, Ordinationshilfeprüfung) und Aktivitäten (z.B. Sprachwoche, Exkursionen).
Die persönliche Betreuung unserer Schüler/innen durch die insgesamt ca. 30 Fachlehrkräfte und die Schulleitung wird von den Schüler/innen sehr geschätzt und ermöglicht ein gutes gemeinsames Arbeiten am Schulerfolg.
2. Wie ist an Ihrer Schule das Qualitätsmanagement (QM) organisiert?
Das Qualitätsmanagement orientiert sich inhaltlich am Leitbild unserer Schule und unterstützt die Umsetzung der Leitgedanken von Sta. Christiana und der humanberuflichen Schulen.
Die Qualitätsarbeit wird federführend durch die Schulleitung und die SQPM angeleitet, umgesetzt werden die Qualitätsaufgaben vom gesamten Lehrer/innenteam. Für uns als eher kleinere Schule ist die Mitarbeit jeder einzelnen Person für das Gelingen der Arbeit wichtig. Die Kollegen/innen arbeiten in verschiedenen Arbeitsgruppen und Projekten und vor allem auch in der alltäglichen Unterrichtsarbeit an der Umsetzung der geplanten Qualitätsmaßnahmen und am Erreichen der gesetzten Qualitätsziele.
Ein wesentlicher Punkt für den Erfolg der Qualitätsarbeit ist die Kommunikation im Team. Wir möchten hier unsere Vorgehensweise bei der Kommunikation der Qualitätsziele und deren Integration in den Schulalltag vorstellen, die bei uns gut funktioniert hat und die wir gerne als good practice-Impuls etwas näher erläutern wollen:
Im Schuljahr 2010/11 wurden im Schulprogramm insgesamt vier Entwicklungs- und Umsetzungspläne definiert. Neben dem Bundesschwerpunkt Individualisierung und dem Landesschwerpunkt Gender Mainstreaming waren es die Weiterentwicklung des Prozessmanagements und die Entwicklung eines Konzepts zur Modularisierung des Aufbaulehrganges.
Zu diesen vier Themen gibt es ausformulierte Ziele, die die Grundlage der Qualitätsarbeit für die kommenden zwei Jahre darstellen. Um die Aktivitäten der Kollegen/innen aufeinander abzustimmen und das Bewusstsein für die Zielerreichung zu schaffen, müssen die Ziele im Kollegium bekannt und akzeptiert sein. Die Herausforderung dabei war, die Kommunikation der Qualitätsthemen intensiv zu gestalten, ohne eine Überfrachtung des Themas Qualität und damit negativ besetzte Assoziationen zu erreichen.
Folgende Kommunikationsmittel erschienen uns hier hilfreich:
1) Vorstellen des Schulprogramms und der Entwicklungsthemen mit ihren Zielen im Rahmen einer pädagogischen Konferenz
Die Kollegen/innen waren eingeladen, auf Flipcharts ihre Assoziationen und Ideen zu den Themen und Zielformulierungen zu dokumentieren.
2) Aushang im Qualitätsschaukasten und dadurch andauernde Präsenz der Ziele
3) Kleine „Erinnerungsfolder“
Zum Mitnehmen, Einstecken und immer wieder mal Draufschauen wurden in Visitkartengröße kleine Folder erstellt und an die Kollegen/innen verteilt. Das Echo zu diesen Kommunikationshilfen bei der Verteilung war sehr positiv. Mehrere Kollegen/innen äußerten sich „inspiriert“ durch diese Art der Darstellung von Inhalten, auch als Idee für ihre Unterrichtsarbeit. Die Erstellung war bewusst einfach gehalten (Word-Dokument A4, quer, doppelseitig, Vierteln der Seite).


Durch Falten wurden aus den Viertelseiten kleine Folder.
4) Aufzeigen der Verbindungen von Maßnahmen zur Zielerreichung mit den Qualitätszielen
Eine wichtige Aufgabe, die bei uns vor allem durch die Schulleitung und die SQPM wahrgenommen wird, liegt in der Kommunikation der Zusammenhänge zwischen alltäglichen Aktivitäten (z.B. der Behandlung von Genderthemen in den unterschiedlichen Gegenständen und deren Dokumentation in zur Verfügung gestellten Vorlagen) und den Qualitätszielen (z.B. „Die Klassensprecher/innen organisieren mit ihren Klassen eine zumindest einmalige Bearbeitung des Gender-Themas. Jede Klasse berichtet bis Ende Mai 2011 über die durchgeführten Gender-Aktivitäten“). Durch entsprechende Hinweise in der Kommunikation mit den Kollegen/innen persönlich, z.B. in den Vorlagen und per Mail, wird die Sichtbarkeit des Nutzens für die Qualitätsarbeit unterstützt.
Wir sind mit der Entwicklung unserer Qualitätsarbeit sicher noch lange nicht am Ende und sind uns bewusst, dass nur eine laufende Verbesserung zu guten Ergebnissen führen kann. Das dargestellte Beispiel zeigt nur einen kleinen Ausschnitt der Qualitätsarbeit. Die Erfolge von Qualitätsmanagement im Schulbereich lassen sich aber nicht nur an den großen Veränderungen, steigenden Schülerzahlen oder verbesserten Werten in Evaluationsprozessen messen, sondern eben auch in kleinen Details, die zu einer Erleichterung und Verbesserung des Schulalltags führen.
3. Hat die Einführung eines Qualitätsmanagements Ihre Schule verändert und falls ja, wie?
Schule verändert sich laufend und täglich. Die Veränderung erhält ihre Impulse durch Personen, interne Konzepte und externe Rahmenbedingungen. Die Einführung von QIBB war für uns ein weiterer Faktor, der die Weiterentwicklung in eine bestimmte Richtung gelenkt hat. Durch die für alle HUM-Schulen gleich vorgegebene Richtung ermöglichte QIBB eine abgestimmte und strukturierte Qualitätsarbeit. Durch das Schaffen der Funktion der SQPMs konnte Qualitätsmanagement auch personell verankert werden.
4. Was ist aus Ihrer Sicht unbedingt notwendig, damit Qualitätsentwicklung und sicherung gelingen und den Schulalltag nachhaltig verändern?
Wenn wir uns etwas wünschen könnten: Qualitätsmanagement und das Fördern von Qualitätsbewusstsein im Schulbereich sollte Inhalt der Lehrer/innenausbildung in allen Fachbereichen sein! Nur dann kann gewährleistet werden, dass jeder Kollege und jede Kollegin selbst überzeugt davon ist, dass es in der Verantwortung eines bzw. einer jeden Einzelnen liegt, wie Qualität in der Schule lebt und gelebt wird und das Thema nicht auf die SQPMs alleine „abgeschoben“ werden kann.
Was wir jetzt schon tun können: Die Themen, auf die sich die Qualitätsarbeit von QIBB konzentriert, sollen nicht zusätzlich auf die tägliche Arbeit in der Schule aufgesetzt werden, sondern ganz bewusst in diese integriert werden. Jede Themenstellung (transparente Leistungsbeurteilung, Individualisierung, Gender Mainstreaming und schulautonome Entwicklungsbereiche) müssen so weit in den Schulteams heruntergebrochen werden, bis sie sich gut in die Unterrichtsarbeit und die Aktivitäten zur Weiterentwicklung des Schulstandortes integrieren lassen. Nur dann kann gewährleistet werden, dass sie gerne, mit Erfolg und auch nachhaltig umgesetzt werden können.
5. Was sind Ihrer Meinung nach Stärken von QIBB? Was könnte verbessert werden?
QIBB gibt z.B. durch die verpflichtende Erstellung des Schulprogramms einen strukturierten Rahmen vor, wie Qualitätsmanagement ablaufen soll. Dieser Rahmen und auch das Bekenntnis von Ministeriums- und Stadtschulratsseite unterstützt die Argumentation von Qualitätsarbeit an der Basis. Es ist manchmal leichter, die Mitarbeit von Kollegen/innen zu bekommen und greifbare, herzeigbare Ergebnisse und Dokumentationen zu ermöglichen, wenn wir argumentieren können, dass das auch von außerhalb gefordert ist.
Das enthebt das Qualitätsteam aber nicht aus der Verantwortung, die Qualitätsarbeit gut zu begründen und nutzenorientiert zu planen.
Verbesserungspotenzial sehen wir z.B. bei der Systemevaluierung. Leider sind (zumindest konnten wir das in unserer Schule in der Vergangenheit beobachten) die Ergebnisse der Online-Befragungen schwer in konkrete Verbesserungsmaßnahmen überleitbar, da die Schüler/innen bei den über alle Gegenstände und Lehrkräfte hinweg gestellten Fragen eine sehr große Bandbreite bei der Antwortqualität liefern. Es ist schwierig für sie, sich nicht an einzelnen Begebenheiten und Erlebnissen zu orientieren und generell „meine Lehrer/innen“ in ihrer Gesamtheit zu bewerten.
Das Instrument der Evaluierung an sich ist aber für die Qualitätsarbeit sehr wertvoll und die Online-Eingabe über QIBB bietet hier gute Möglichkeiten der Evaluationsarbeit!
6. Welchen Themen bzw. Projekten werden Sie sich in den nächsten Jahren konkret im Hinblick auf Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung widmen?
Die Integration der Maßnahmen in den Schulalltag soll weiter ein zentraler Punkt der Qualitätssicherung sein.
Neben den Bundes- und Landesschwerpunktthemen planen wir vor allem, den Schulstandort weiterzuentwickeln. Wir möchten unseren Schülern/innen attraktive Ausbildungsformen (einjährige und dreijährige Fachschule mit Fachabschlussprüfung, Aufbaulehrgang und höhere fünfjährige Form mit Maturaabschluss) in einer attraktiven, lernfördernden Umgebung (Neubau des Schulgebäudes) bieten. Die Qualitätsarbeit soll diese Schulentwicklungsziele unterstützen und sie in der Auswahl der schulautonomen Qualitätsthemen berücksichtigen.
Download Beispiel als PDF (201 kb)
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Wir bedanken uns herzlich für das Good Practice Beispiel.
Das ARQA-VET Team, im März 2011











