Good Practice HTL Steyr
DIE SCHULE:
HTL Steyr
Schlüsselhofgasse 63
A-4400 Steyr
Tel.: 07252/72914 Fax: DW 25
E-Mail: kanzlei@htl-steyr.ac.at
Web: www.htl-steyr.ac.at
Die HTL Steyr ist die größte und modernste Schule der Region. Sie hat eine lange und bewegte Geschichte hinter sich und feierte im Schuljahr 2003/2004 ihr 130-jähriges Bestehen. Über 1100 Schüler/innen, mehr als 130 Lehrer/innen und tausende Absolventen/innen prägen das Schulklima der HTL Steyr. Dabei verfolgt die HTL Steyr das Ziel, den interessierten Jugendlichen eine möglichst attraktive technische Ausbildung mitzugeben.
HTL für Elektronik und Informatik, Fachschule für Elektronik
HTL für Maschineningenieurwesen - Fahrzeugtechnik, Fachschule für Maschinenbau
HTL für Mechatronik - Präzisionstechnik
Kolleg für Objektdesign, Fachschule für Metalldesign
DIE AKTEUR/INNEN:
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Dir. Dipl.-Ing. Dr. Franz Reithuber |
| Mag. Christoph Kimbacher, MA |
Schulleitung: Dir. Dipl.-Ing. Dr. Franz Reithuber
+43–(0)-7252-72914-0; Franz.Reithuber@htl-steyr.ac.at
Nach seinen Studien an der Technischen Universität Graz begann er 1984 bei SKF, dem Weltmarktführer für Wälzlager und Dichtungen, zu arbeiten und gleichzeitig als nebenberuflich beschäftigter Lehrer an der HTL in Steyr zu unterrichten. Im Quality Technology Centre für die Entwicklung und dann für Education and Training verantwortlich; Facilitator für den Transformationsprozess von einem tayloristisch geführten Unternehmen hin zu einem qualitätsorientierten Konzern im Sinne des TQM; im Anschluss in Chicago Ausbildung zu einem Lehrer für Projektmanagement und Einführung des Managements und des Ingenieurkaders des Konzerns in diese beschleunigende Art des Arbeitens.
Mit der Übernahme der Schulleitung im Jahre 2001 versuchte er den Wahrheitsbeweis für die Wirkungsweise des QM auch für den schulischen Bereich anzutreten. Er blieb bis heute Mitarbeiter von SKF (die Tätigkeit beschränkt sich auf die Ferien). Dadurch kann er authentisch am Puls der Zeit in der Industrie bleiben und die notwendigen Übersetzungs- und Anpassungsarbeiten für das System Schule leichter antizipieren.
SQPM: Mag. Christoph Kimbacher, MA
SQPM seit der Einführung von QIBB an der HTL Steyr, Erfahrungen im Peer Review als Mitglied eines Peer Teams im Schuljahr 2008/09, Mitglied im Lehrgangsteam eines QM-Lehrgangs an der PH Oberösterreich, Referententätigkeit zu Kooperativem Lernen, Schulentwicklung, Qualitätsmanagement an Schulen, Peer Review.
Mitglieder des QM-Teams: Doris McQuillan, Michael Csongrady, Alfred Benedetto, Christoph Kimbacher.
DAS QUALITÄTSMANAGEMENT – DIE ANFÄNGE
Die HTL Steyr hat sich schon lange vor der Einführung von Q-Sys mit Qualitätsmanagement beschäftigt. Direktor Franz Reithuber hat bereits unter seinem Vorgänger im Jahre 1994 und 1995 für das gesamte Kollegium SCHILFs zu TQM veranstaltet, mit dem Ziel, die Lehrkräfte für Qualitätsmanagement zu interessieren. Auch wurde die Verpflichtung zu regelmäßigem Individualfeedback lange vor Q-Sys eingeführt. Die HTL Steyr war daher sofort bereit, als Pilotschule die QIBB-Evaluationsinstrumente vor der österreichweiten Einführung von QIBB zu testen. Durch die Arbeit am Schulprogramm in den vergangenen zwei Jahren wurde es nötig, ein QM-Team zu etablieren, das sich mit der Umsetzung der Ziele intensiv beschäftigt.
Die Herausforderungen, vor denen eine moderne technische Schule steht, können inzwischen nicht mehr von Einzelpersonen bewältigt werden. Nur wenn es gelingt, die Mitarbeiter/innen für neue Wege zu begeistern, Probleme gemeinsam zu lösen und ein Interesse aller Lehrkräfte an der Schule als Organisation zu wecken und für deren Weiterentwicklung zu gewinnen, ist Schulentwicklung möglich und sinnvoll. Für eine Schule der Größe der HTL Steyr wird das aber nicht so ohne weiteres gelingen. Ermöglicht wurde der Start einer planvollen und zielorientierten Schulentwicklung durch die Einführung des Qualitätsmanagementsystems Q-Sys. Durch die Vorgabe von Zielen konnte die Qualitätsarbeit auf diese Punkte konzentriert werden. Die Bereitstellung entsprechender Schulentwicklungs- und Evaluationstools machte diesen Entwicklungsprozess für unsere Schule erst möglich. Auch wenn es wie bei jeder Neuerung zu Beginn einige Rückschläge gab, wurde durch das nötige Fingerspitzengefühl der Veränderungsprozess eingeleitet.
Wichtig dabei war es, die Lehrkräfte dort abzuholen, wo sie standen. Wir dürfen nicht vergessen, dass eine Schule vor allem dann erfolgreich ist, wenn sich viele über das übliche Maß hinaus engagieren. Hier galt es, dem/der Einzelnen nicht zu viel zuzumuten, die bereits bestehenden Initiativen und Projekte in das neue Qualitätsmanagement einzubetten und immer mit Blick auf die Ressourcen der einzelnen Lehrkraft die vorgegebenen Ziele zu bearbeiten.
So gelang es zahlreiche Lehrkräfte dafür zu gewinnen, an der Gestaltung ihrer Schule aktiv mitzuwirken.
DAS QUALITÄTSMANAGEMENT – DIE ORGANISATION
Die Verantwortung für die Umsetzung von Entwicklungsvorhaben liegt wie bei jeder erfolgreichen Schulentwicklung bei der Schulleitung. Konkrete Ideen und Vorschläge für Schulentwicklungsprojekte werden in einem Qualitätsmanagementteam ausgearbeitet und mit der Schulleitung besprochen. Die Umsetzung selbst wird mit den entsprechenden Maßnahmen ebenfalls im QM-Team vorbereitet. Sowohl für die Geschwindigkeit des Entwicklungsprozesses als auch für die Auswahl von Schwerpunkten haben wir uns einen wichtigen Leitgedanken gegeben:
Schulentwicklung muss mit Augenmaß geschehen. Einerseits gilt es, die Vorteile des Qualitätsmanagementsystems zu nützen, wann immer das möglich ist, andererseits aber bewusst auch in manchen Punkten mit Rücksicht auf die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen eigene Wege zu gehen. Ein Beispiel dafür ist unser Schulprogramm. Hier war der von QIBB vorgeschlagene Weg für uns nicht möglich, trotzdem konnten wir mit aktiver Beteiligung zahlreicher Lehrkräfte ein gemeinsames Schulprogramm für unsere Schule entwickeln. Das Wichtigste war der Prozess, bei dem die Lehrkräfte in einem Worldcafé und bei einem Open Space das Erlebnis gemeinsamer Entwicklungsarbeit erfahren konnten.
Regelmäßige Sitzungen sollen helfen, dem Schulprogramm Leben einzuhauchen und behutsam neue Ideen und Umsetzungsmaßnahmen ins Kollegium zu tragen.
Das Leitbild>> Das Schulprogramm>>
QIBB UND VERÄNDERUNG
Ein wichtiger Aspekt des Qualitätsmanagements sind mit Sicherheit die regelmäßigen Evaluationen. Gerade beim Thema „Leistungsbeurteilung“ wurde der Wert von Evaluationen greifbar. Zunächst wird durch die Fragebögen gut dokumentiert, worauf es bei diesem Thema ankommt. Obwohl wir relativ gute Ergebnisse bei der ersten Befragung erzielen konnten, reichte schon die Diskussion der Ergebnisse aus, dass bereits im darauffolgenden Jahr in fast allen Punkten Verbesserungen erzielt werden konnten und die Differenzen in der Sichtweise zwischen Schülern/innen
und Lehrkräften verringert wurden. Sehr wichtig sind die Datenerhebungen
auch, um den Erfolg von Initiativen oder Projekten einschätzen zu können. Hier lieferte uns die Befragung zu „Förderung und Individualisierung“ wichtige Erkenntnisse über das Projekt „KOLE – Kooperatives Lernen“. Auch an unserer Schule fiel die Evaluation nicht gut aus, trotzdem bekamen wir in den KOLE - Klassen erstaunlich gute Werte bei den Fragen, die sich um den Wechsel von Unterrichtsformen und die Methodenvielfalt der Lehrkräfte drehten. Dadurch konnte der Erfolg des Projektes in eindrucksvoller Weise nachgewiesen werden.
DIE NÄCHSTEN SCHRITTE
Eine große Stärke von QIBB ist es, in Form von bundesweiten Zielen wichtige Entwicklungsbereiche für Schulen zu formulieren. Dadurch ist die Einzelschule bei ihrer Suche nach Potenzialen und Möglichkeiten nicht allein gelassen, sondern kann sich auf diese wichtigen Themen konzentrieren. Das ist unser Weg. Wir versuchen vor dem Hintergrund der aktuellen bundesweiten Ziele unsere Stärken zu erkennen und auszubauen, aber vor allem auch Entwicklungspotenziale zu entdecken und hier Projekte und Ideen zur Qualitätsentwicklung umzusetzen.
Genau aus dieser Philosophie ist das Projekt „KOLE“ entstanden und wird in den nächsten Jahren zu einer der Säulen der Mechatronikabteilung ausgebaut. Kooperatives Lernen soll gerade an dieser Abteilung zur Unterrichtsphilosophie werden, um unseren Absolventen/innen als teamorientierten Technikern/innen einen Startvorteil auf dem Arbeitsmarkt zu sichern.
Ein weiteres Projekt aus der Beschäftigung mit dem bundesweiten Ziel der Individualisierung und Förderung ist eine völlige Neugestaltung der Schuleingangsphase in der Elektronikabteilung. Hier soll in den nächsten Jahren ein Tutoren/innensystem entwickelt werden, das es den Schülerinnen und Schülern der ersten Jahrgänge erleichtern soll, in den Schulalltag und die Schulorganisation hineinzuwachsen.
Im Mittelpunkt bei all unseren Schritten steht dabei immer die Zumutbarkeit für die Kolleginnen und Kollegen, die unsere Schule letztlich zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Nur mit der Unterstützung möglichst vieler Lehrkräfte kann Schulentwicklung nachhaltig funktionieren. Das sind oft nur kleine Schritte, manchmal reichen die Ressourcen auch für größere. Wichtig ist, dass es Entwicklung und nicht Stillstand gibt!
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Wir bedanken uns herzlich für die Beantwortung unserer Fragen und die mitgelieferten Informationen.
Das ARQA-VET Team, im Februar 2010













