Good Practice HTL-Mössingerstraße
DIE SCHULE:
Höhere technische Bundeslehranstalt
Mössingerstraße 25
9020 Klagenfurt
E-Mail: office@htl-klu.at
Website: www.htl-klu.at
DIE AKTEURE:
Schulleiter: Dipl.-Ing. Hubert Lutnik
2005-2008 Abteilungsvorstand der Elektronikabteilung
Seit 2008 Direktor der HTL-Mössingerstraße
Abteilungsvorstand der Elektronikabteilung: Dipl.-Ing. Johann Klanschek
Zentrale Person bei der Einführung von QIBB an der HTL-Mössingerstraße
SQPM: Dipl.-Ing. Dr.techn. Gernot Opriessnig
Seit 2008 betraut mit den QIBB Agenden
(SQPM)
Weiter Informationen finden Sie auf der Schulhomepage:
www.htl-klu.at
DIE GUTE PRAXIS, dargestellt entlang einiger Fragen:
1. Können Sie uns Ihre Schule in wenigen Sätzen kurz vorstellen?
Die HTL–Mössingerstraße ist eine moderne innovative und zugleich traditionsreiche Schule im Herzen der Kärntner Landeshauptstadt. Über 1000 Schülerinnen und Schüler werden von dem 125 Personen umfassenden Lehrkörper in klassischen allgemeinbildenden Fächern ebenso wie in technischen Gegenständen unterrichtet. Letztere gliedern sich in Fachtheorie und Fachpraxis. Neben den 5-jährigen Ausbildungsformen auf dem Gebiet der Elektrotechnik bzw. Elektronik, die mit der Matura abgeschlossen werden, wird auch die mehr praxisbezogene Fachschule für Computer- und Kommunikationstechnik angeboten. Die HTL für Berufstätige, besser bekannt als Abendschule, die auch mit der Matura abgeschlossen wird, komplettiert das breite Ausbildungsangebot.
2. Wie ist an Ihrer Schule das Qualitätsmanagement organisiert?
Das Qualitätsmanagement wird an der HTL-Mössingerstraße, so wie vieles Andere auch, von der Kollegenschaft zusätzlich zur Lehrtätigkeit betreut. Bei der Bewältigung des recht umfangreichen Arbeitspensums wird darauf geachtet, möglichst viele Personen mit einzubeziehen. Nicht nur um den Aufwand für den Einzelnen in Grenzen zu halten, sondern auch um ein möglichst breites Erfahrungsspektrum in das Themengebiet „Qualität“ zu integrieren. Naturgemäß liegt die Endverantwortung für die organisatorische Abwicklung der zahlreichen Aufgaben beim Schulqualitätsmanager Dipl.-Ing. Dr. Gernot Opriessnig. Die datengestützte Schulentwicklung wird sowohl für die Ausbildungsangebote als auch für die organisatorische bzw. unterrichttechnische Planung des Schulbetriebes verwendet. Die folgenden Informationsquellen kommen dafür zum Einsatz: Anmeldeziffern, Notenstatistik, Feedback (Eltern, Schülerinnen, Schüler, Lehrerinnen und Lehrer), QIBB-Daten, Seminarteilnahmen, Budgetzahlen (Ausstattung, Fort- und Weiterbildungsbudget) sowie offene Stellen am Arbeitsmarkt für Absolventinnen und Absolventen.
Aus diesen Daten ergeben sich weitreichende Konsequenzen wie langfristige Planung der Schulgröße (Klassenanzahl), des Personals, die Vorgehensweise bei der Unterrichtsgestaltung, die Seminarplanungen und und und …. Mit anderen Worten: schulautonome Lehrplangestaltung und entsprechende Personalplanung bzw. –ausbildung stellen wesentliche Ergebnisse der datengestützten Schulentwicklung dar.
3. Hat die Einführung von QIBB Ihre Schule verändert und falls ja, wie?
Die Einführung von QIBB hat an der Schule ein neues Bewusstsein geschaffen. Durch die laufende Beschäftigung mit dem Thema wurde vielen ein zusätzlicher Blickwinkel auf ihr Aufgabengebiet eröffnet. Die Möglichkeit, organisiert Feedback zu erhalten, wurde mit großem Interesse aufgenommen und trägt wesentlich zur laufenden Optimierung der Unterrichtsgestaltung bei. Dies äußert sich beispielsweise im verstärkten Einsatz von Projekt- und fächerübergreifendem Unterricht. Die Schwerpunktsetzung durch QIBB fördert die längerfristige Planung ebenso wie die Vergleichbarkeit und damit auch Koordinierbarkeit der Aktivitäten. Zusätzlich ist durch die regelmäßige Berichtserstellung eine laufende Erfolgskontrolle bezüglich vorgesehener Maßnahmen möglich – eine Möglichkeit, die auch ausgiebig genutzt wird.
Um neben der internen Evaluation auch eine externe zu erhalten, wurde vor kurzem ein Peer Review durchgeführt. Dabei wurden im Speziellen die Schuleingangsphase, das Marketing und die Mädchenförderung unter Berücksichtigung des Genderaspektes behandelt. Das Peer Team bestand aus Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Wieland (Leiter), Mag. Dr. Maria Gutknecht-Gmeiner, Mag. Irene Richter, Dr. Gabriela Nimac und Dr. Rick Hollstein. Aufgrund der Ergebnisse des Peer Reviews (Reflexion, Endbericht) werden Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität der Schule und des Unterrichtes durchgeführt werden.
4. Was ist aus Ihrer Sicht unbedingt notwendig, damit QIBB gelingt und den Schulalltag nachhaltig verändert?
Das Leben an einer Schule wird durch viele Personen getragen: SchülerInnen wie LehrerInnen ebenso wie die Administration. Eine Maßnahme, die maßgebliche Auswirkungen auf diese Schule haben soll, muss daher von möglichst vielen Betroffenen mitgetragen werden. Qualitätsmanagement darf nicht von oben verordnet werden, will man eine breite Akzeptanz erreichen. Die gemeinschaftliche Erarbeitung von Zielen sichert die Akzeptanz dieser Vorgaben und garantiert ein hohes Interesse an der Umsetzung. Von zentraler Bedeutung ist es, QIBB als Chance zu vermitteln und nicht als zusätzliches Instrument zur Leistungskontrolle.
5. Was sind Ihrer Meinung nach die Stärken von QIBB? Was könnte verbessert werden?
Die große Stärke des QIBB-Prozesses ist die klare Strukturiertheit – sie ist aber zugleich eine ebenso große Schwäche. Einerseits wird durch diese stark formalisierte Vorgehensweise eine hohe Effektivität ermöglicht, andererseits besteht dadurch die Gefahr der überbordenden Bürokratisierung. Klare, verständliche und auch praxisgerecht nachvollziehbare Strukturen in der Arbeit sind wichtig für die Vergleichbarkeit und damit auch für die Koordinierbarkeit der Aktivitäten; sie ermöglichen den wichtigen und sicher auch interessanten Blick über den Tellerrand der eigenen Schule. Komplizierte Formulargestaltung, die Erhebung von Daten, deren tieferer Sinn sich kaum einem Beteiligten erschließt, aber auch der mögliche Missbrauch von erhobenen Daten zur unsachlichen Kritik an Betroffenen tragen sicher zu einer gewissen Reserviertheit Einzelner dem Thema QIBB gegenüber bei.
6. Welchen Themen bzw. Projekten werden Sie sich in den nächsten Jahren konkret im Hinblick auf Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung widmen?
Ein zentraler Schwerpunkt für die Zukunft an unserer Schule stellt neben dem Individualfeedback das Themengebiet „Individualisierung“ dar. Dabei geht es darum, das Angebot an der Schule so zu gestalten, dass die Bedürfnisse Einzelner möglichst gut erfüllt werden. Eine Schulklasse besteht aus 25-30 individuell verschiedenen Personen, und dort, wo es möglich ist, soll vermieden werden, alle über einen Kamm zu scheren. Die Förderung der Stärken Einzelner erhöht Motivation und Leistungswillen ebenso wie das gezielte Eingehen auf Defizite. Besonders in den ersten Jahrgängen ist die Bandbreite der Fähigkeiten naturgemäß groß, hängt sie doch sehr stark mit den bisher besuchten Schulen zusammen. Eine Verbesserung des SchülerInnen/LehrerInnen-Verhältnisses ist eine Maßnahme, um gezielt verbessernd einwirken zu können. Dies bezieht sich sowohl auf die quantitative Verbesserung durch Gruppenteilungen als auch auf das Schaffen einer Vertrauensbasis, denn man kann nur auf individuelle Bedürfnisse reagieren, wenn man sie auch kennt.
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Wir bedanken uns herzlich für die Beantwortung unserer Fragen und die mitgelieferten Informationen.
Das ARQA-VET Team, im April 2009












