Education and Training 2020

Die EU-Mitgliedstaaten haben auf der Sitzung des Europäischen Rates am 12. Mai 2009 in Brüssel einen neuen strategischen Rahmen beschlossen, mit dem sie die bisher im Rahmen des Lissabon Prozesses geleistete Zusammenarbeit in der allgemeinen und beruflichen Bildung (Education and Training 2010) fortsetzen und vertiefen wollen. In den Schlussfolgerungen des Rates zu einem strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung (“ET 2020“) werden vier strategische Ziele festgehalten, wobei sich eines konkret auf das Thema Qualität bezieht:

(1)  Verwirklichung von lebenslangem Lernen und Mobilität
(2)  Verbesserung der Qualität und Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung
(3)  Förderung der Gerechtigkeit, des sozialen Zusammenhalts und des aktiven Bürgersinns
(4)  Förderung von Innovation und Kreativität – einschließlich unternehmerischen Denkens – auf allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung

Bereits 2001 einigten sich die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten auf fünf Benchmarks, in denen EU-weite Fortschritte bis 2010 erzielt werden sollten:

  1. Senkung des Anteils der Schulabbrecher/innen auf einen Durchschnittswert von höchstens 10%
  2. Senkung des Anteils der Schüler/innen mit mangelhafter Lesekompetenz um mindestens 20%
  3. Mindestens 85% der jungen Leute sollen die Sekundarstufe II abgeschlossen haben
  4. Steigerung der Zahl der Hochschulabsolventen/innen mathematischer, naturwissenschaftlicher und technischer Fächer um mindestens 15% und Abbau des Geschlechterungleichgewichts in diesen Fächern
  5. Teilnahme von 12,5% der Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter am lebenslangen Lernen.

Die bislang erzielten Fortschritte sind jedoch nicht ausreichend, um die Zielvorgaben für das Jahr 2010 zu erreichen. Die Kommission hat daher empfohlen, die bestehenden Benchmarks im Wesentlichen beizubehalten, um auf den im Arbeitsprogramm 2010 erzielten Fortschritten aufzubauen. Außerdem wurden neue Benchmarks diskutiert, von denen jedoch noch nicht alle definitiv festgelegt wurden.

Derzeit sind bereits folgende Benchmarks beschlossen:

Benchmark Soll 2020
Beteiligung Erwachsener am Lebenslangen Lernen durchschnittlich 15%
15jährige Schüler/innen mit schlechten Leistungen bei den Grundkompetenzen, insbesondere in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften unter 15%
Erwerb von Hochschulabschlüssen (30 bis 40jährige) mindestens 40%
Frühzeitige Schul- und Ausbildungsabgänger/innen (18- bis 24jährige) unter 10%
Vorschulbildung (zwischen 4 Jahren und dem gesetzlichen Einschulungsalter) mindestens 95%

Für die Bereiche Mobilität, Beschäftigungsfähigkeit und Fremdsprachenerwerb sollen noch Benchmarks festgelegt werden.

Weitere Informationen:
Schlussfolgerungen des Rates zu einem strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung („ET 2020“)

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