EQR: Europäischer Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen

Am 23. April 2008 haben das Europäische Parlament und der Rat die Empfehlung zur Einrichtung des Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (EQR) angenommen.

Der EQR verfolgt das Ziel, einen gemeinsamen Referenzrahmen als Übersetzungsinstrument zwischen verschiedenen Qualifikationssystemen und deren Niveaus zu schaffen. Dieser Rahmen umfasst die allgemeine Bildung, die Hochschulbildung sowie die berufliche Bildung und soll zu einer besseren Transparenz, Vergleichbarkeit und Übertragbarkeit der den Bürgern/innen ausgestellten Qualifikationsbescheinigungen (z.B. Zeugnisse, Zertifikate etc.) führen.
Der EQR empfiehlt, dass jedes Qualifikationsniveau grundsätzlich auf verschiedenen Bildungs- und Karrierewegen erreichbar sein soll. Damit sollen lebenslanges Lernen gefördert und die Beschäftigungsfähigkeit, Mobilität sowie soziale Integration von Arbeitskräften und Lernenden erhöht werden. Die Empfehlung soll auch die Brückenbildung zwischen formalem, nicht formalem und informellem Lernen erleichtern.
Weder ersetzt noch definiert der EQR die nationalen Qualifikationssysteme und/oder Qualifikationen. Er beschreibt keine bestimmten Qualifikationen oder Einzelkompetenzen, sondern beschreibt die acht EQR -Niveaustufen mittels Deskriptoren für die drei Kategorien „Kenntnisse“, „Fertigkeiten“ und „Kompetenzen“ (s. Anhang II der Empfehlung).

Die Mitgliedstaaten sind aufgerufen, in Anlehnung an den EQR Nationale Qualifikationsrahmen zu entwickeln.

Den Mitgliedstaaten wird weiters empfohlen:

  • ihre nationalen Qualifikationssysteme bis 2010 an den EQR zu koppeln;
  • ggf. Maßnahmen zu erlassen, damit bis 2012 alle neuen Qualifikationsbescheinigungen, Diplome und Europass-Dokumente über die nationalen Qualifikationssysteme einen klaren Verweis auf das zutreffende Niveau des EQR enthalten;
  • bei der Beschreibung und Definition von Qualifikationen einen Ansatz zu verwenden, der auf Lernergebnissen beruht;
  • die in Anhang III des EQR dargelegten Grundsätze für die Qualitätssicherung in der allgemeinen und beruflichen Bildung zu fördern und anzuwenden.

Diese Grundsätze, die sich auf die Hochschul- als auch auf die Berufsbildung erstrecken sollen, sind folgende:

  • Qualitätssicherungsstrategien und –verfahren sollten allen Niveaustufen des EQR zugrunde liegen;
  • die Qualitätssicherung sollte integraler Bestandteil der internen Verwaltung von Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung sein;
  • die Qualitätssicherung sollte die regelmäßige Evaluierung von Einrichtungen und deren Programmen und Qualitätssicherungssystemen durch externe Prüforgane oder –stellen einschließen;
  • externe Prüforgane oder –stellen, die Qualitätssicherung durchführen, sollten selbst regelmäßig überprüft werden;
  • Qualitätssicherung sollte die Dimensionen Kontext, Input, Prozess und Output umfassen und den Schwerpunkt auf Output und Lernergebnisse legen.

Weiters enthält der zweite Teil von Anhang III eine Aufzählung von Elementen, die Qualitätssicherungssysteme beinhalten sollen (z. B. klare und messbare Ziele und Standards; angemessene Ressourcen; einheitliche Evaluierungsmethoden, die Selbstbewertung und externe Prüfung miteinander verbinden; Feedbackmechanismen und Verfahren zur Verbesserung; allgemein zugängliche Evaluierungsergebnisse etc.)

In Österreich wurde zwischen Jänner und Juli 2008 ein auf breiter Basis angelegter Konsultationsprozess zur Entwicklung eines Nationalen Qualifikationsrahmens geführt, aus dem insgesamt 276 Stellungnahmen aus allen Bildungsbereichen hervorgingen. Im Oktober 2008 gab es eine Konferenz zum Nationalen Qualifikationsrahmen, bei der die Ergebnisse und Analysen der Stellungnahmen für den Bereich der beruflichen Bildung präsentiert wurden.

Weitere Informationen:
Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Einrichtung des Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen

Broschüre: Der Europäische Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen

EQR Seite der Europäischen Kommission

EQR Portal der Europäischen Kommission

NQR Prozess in Österreich

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