EQARF: Europäischer Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung

European Quality Assurance Reference Framework for Vocational Education and Training

Das Europäische Parlament und der Europäische Rat haben im Rahmen der tschechischen Präsidentschaft am 11. Mai 2009 die Empfehlung zur Einrichtung eines Europäischen Bezugsrahmens für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung (EQARF) offiziell angenommen.
Rund ein Jahr davor – im April 2008 – hat die Europäische Kommission den Vorschlag für diese Empfehlung, basierend auf dem bereits 2004 entwickelten Common Quality Assurance Framework (CQAF), vorgelegt.

Der EQARF ist ein Referenzinstrument, das die Mitgliedstaaten dabei unterstützen soll, die kontinuierliche Verbesserung ihrer Berufsbildungssysteme mittels gemeinsamer europäischer Bezugsgrößen zu fördern und zu beobachten. Zu den wesentlichen Zielen, die mit dem EQARF verfolgt werden, gehören die Steigerung der Qualität der Berufsbildung und die Schaffung von Transparenz und Kohärenz sowie gegenseitigem Vertrauen zwischen den Mitgliedstaaten. Weiters sollen die Mobilität von Arbeitnehmern/innen und Lernenden sowie das lebenslange Lernen gefördert werden.

Der EQARF umfasst einen Qualitätssicherungs- und -verbesserungszyklus, der die Bereiche Planung, Umsetzung, Evaluierung sowie Überprüfung der Berufsbildung abdeckt und unterstützt wird durch gemeinsame Qualitätskriterien und als Richtgrößen zu verstehende Deskriptoren sowie Indikatoren.

Der EQARF sollte sowohl auf System- als auch auf Anbieterebene zum Einsatz kommen. Er schreibt kein bestimmtes Qualitätssicherungssystem bzw. -konzept vor, sondern stellt gemeinsame Grundsätze, Qualitätskriterien und Deskriptoren sowie Indikatoren zur Verfügung, die dazu geeignet sein können, die Bewertung und Verbesserung der bestehenden Systeme und des bestehenden Angebots im Bereich der Berufsbildung zu unterstützen. Die Empfehlung enthält in Anhang II ausgewählte Referenzindikatoren für die Bewertung der Qualität der Berufsbildung, die die Mitgliedstaaten in Form einer „Toolbox“, also freiwillig, anwenden sollen. Folgende Referenzindikatoren werden in der Empfehlung vorgeschlagen:

  1. Relevanz von Qualitätssicherungssystemen für Berufsbildungsanbieter
  2. Investitionen in die Aus-/Weiterbildung von Lehrkräften und Ausbildern
  3. Teilnahmequote bei Berufsbildungsgängen
  4. Abschlussquote bei Berufsbildungsgängen
  5. Vermittlungsquote für Absolventen/innen von Berufsbildungsgängen
  6. Nutzung der erworbenen Kenntnisse am Arbeitsplatz
  7. Erwerbslosenquote
  8. Prävalenz besonders schutzbedürftiger Gruppen
  9. Mechanismen zur Ermittlung der Berufsbildungsbedürfnisse auf dem Arbeitsmarkt
  10. Programme zur Verbesserung des Zugangs zur Berufsbildung

Den Mitgliedstaaten wird empfohlen, bis 2011 ein nationales Konzept für die Umsetzung des Europäischen Bezugsrahmens für die Qualitätssicherung in der Berufsbildung zu entwickeln. Der Umsetzungsprozess in den Ländern wird außerdem alle vier Jahre einer Prüfung unterzogen, der erste Fortschrittsbericht der Mitgliedstaaten ist für Mai 2013 vorgesehen.

Weitere Informationen:
 Empfehlung des europäischen Parlaments und des Rates zur Einrichtung eines europäischen Bezugsrahmens für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung (760 kb)

EQARF Homepage der Europäischen Kommission

Zum Europäischen Netzwerk für Qualität in der Berufsbildung – ENQA-VET

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