1. EQARF Auftakt-Konferenz am 22.1.2010
2. Wer hat was zu sagen: Werner Timischl
3. ENQA-VET: Erfolgreicher Abschluss des zweijährigen Arbeitsprogramms
4. Good Practice: Vienna Business School Schönborngasse
5. Die Peer Review in QIBB Schulen und mehr
6. Wissenswertes und Downloads im WWW
EQARF Auftakt-Konferenz am 22.1.2010
Die Österreichische EQARF Auftakt-Konferenz findet am 22.1.2010 (10.00 bis 15.00 Uhr) im Exnersaal der HLMW9 Michelbeuern in Wien statt. EQARF steht für „European Quality Assurance Reference Framework“ bzw. Europäischer Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Vertreter/innen der Europäischen Kommission, von Cedefop und aus dem deutschen Bildungsministerium bringen die internationale Perspektive in diese Konferenz, die sich gezielt an die österreichischen Stakeholder richtet: die Akteure der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Bis Juni 2011 sollen die EU Mitgliedstaaten ein nationales Konzept zur Verbesserung der QS-Systeme entwickeln, den Start dazu bildet diese Veranstaltung.
Nähere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie unter:
www.arqa-vet.at/qualitaet/eqarf/
Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir um rasche Anmeldung.
Einen der Keynote Speaker, Werner Timischl, haben wir - auch in diesem Zusammenhang – um ein Interview gebeten:
Wer hat was zu sagen: Interview mit Werner Timischl
Dipl.-Ing. Dr. Univ.Prof. MinR Werner Timischl
ist stellvertretender Leiter der Sektion Berufsbildung, Sport und Erwachsenenbildung und Leiter der Abteilung II/2 (Technische, gewerbliche und kunstgewerbliche Schulen) im BMUKK
1. Lieber Herr Timischl, man kann Sie zu Recht als einen der Gründerväter der QualitätsInitiative BerufsBildung (QIBB) bezeichnen. Die Initiative wird seit 2004 an den österreichischen Schulen umgesetzt. Wenn Sie eine kurze Bilanz ziehen – was ist Ihrer Meinung nach gut gelungen und wo tun sich Entwicklungspotenziale auf?
Worauf wir in der Berufsbildung alle stolz sein können ist, dass es ein breites Qualitätsbewusstsein gibt, von dem die praktisch 100%ige Beteiligung an QIBB getragen wird. Das macht auch den Unterschied zu den bereits vor 2004 vorhandenen Qualitätsinitiativen aus, bei denen sehr ambitionierte Qualitätsmanagementssysteme von einem Geist der „Exklusivität“ umgeben waren. QIBB dagegen ist der anerkannte Standard für Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung geworden, den alle berufsbildenden Schulen umsetzen und damit ihren Kunden und der interessierten Öffentlichkeit zum Ausdruck bringen wollen, dass sie sich durch entsprechende Pflege der Kern- und Supportprozesse um die sichere Erreichung der Bildungsziele bemühen.
Ein erfolgreiches Programm wie QIBB braucht die Köpfe und das Engagement vieler Personen. Stellvertretend für viele, die an der Entwicklung und Implementierung von QIBB beteiligt waren, möchte ich die Landesschulinspektoren/innen und die Direktoren/innen der technischen, gewerblichen und kunstgewerblichen Schulen vor den Vorhang bitten, die sich im Dezember 2004 im Rahmen einer LSI-Konferenz zusammengefunden und beschlossen haben, bis zum Treffen der Generaldirektoren der Berufsbildung im Rahmen der österreichischen Präsidentschaft im ersten Halbjahr 2006 ein mit dem CQAF (Common Quality Assurance Framework) abgestimmtes QM-System zu entwickeln. ... (mehr)
2. Wenn Sie jetzt speziell auf den Bereich der technischen, gewerblichen und kunstgewerblichen Schulen schauen, wie sehen die besonderen Anforderungen eines Qualitätsmanagementsystems wie QIBB im Hinblick auf diese Schulen aus? Worauf muss bei den HTLs besonders Rücksicht genommen werden im Vergleich zu anderen berufsbildenden Schulen – oder gibt es da keine Unterschiede im Bereich der berufsbildenden Schulen?
Rückblickend war es jedenfalls richtig, für die verschiedenen Bereiche der schulischen Berufsbildung einen Qualitätsrahmen vorzugeben, im Detail aber getrennte Entwicklungen zuzulassen. Qualitätsmanagementsysteme werden, vor allem in der Umsetzung, stark von der jeweiligen Unternehmens- bzw. Schulkultur geprägt und diese wird – bei allen vorhandenen Gemeinsamkeiten – doch vom fachlichen Umfeld und Selbstverständnis der einzelnen Schulbereiche mitbestimmt. Im Umgehen mit Daten, im Abbilden der Performance durch Kennzahlen, in der Präsentation im Rahmen der Qualitätsberichte kommen die Schulkulturen ebenso zum Ausdruck wie in aktuellen Schwerpunktsetzungen, die mit speziellen pädagogischen Programmen des Schulbereichs verknüpft sind. .... (mehr)
3. Im Rahmen von QIBB gibt es seit diesem Schuljahr ein externes Evaluationsverfahren – Peer Review in QIBB. Wie schätzen Sie diesen neuen Schritt innerhalb von QIBB für die Weiterentwicklung der Qualität an den berufsbildenden Schulen in Österreich ein?
Peer Reviews gibt es erfreulicherweise schon seit einigen Jahren. Ihre Sinnhaftigkeit und ihr Nutzen ist wohl unbestritten. Eine Organisation kann von Peer Reviews genau so profitieren wie einzelne Individuen durch Einholung eines Individualfeedbacks. Eine Wirksamkeit auf die Qualitätsentwicklung können Peer-Verfahren im Gesamtsystem aber nur erreichen, wenn sie breit eingesetzt werden. Dies erscheint aber angesichts des Aufwandes schwer möglich. Trotzdem ist die Ergänzung der heute dominierenden Selbstevaluationsprozesse durch eine systematische und externe „Standortevaluation“, die in Form einer Peer-Evaluation stattfinden kann, eine Perspektive, die in der Weiterentwicklung von QIBB ernsthaft zu diskutieren ist.
4. Mit dem EQARF, dem europäischen Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung, ist in diesem Jahr ein europäisches Instrument verabschiedet worden, das den Mitgliedstaaten helfen soll, ihre Berufsbildungssysteme zu verbessern. Welche Chancen bietet der EQARF aus Ihrer Sicht für die österreichische Berufsbildung im Allgemeinen und für QIBB im Besonderen?
Der auf der europäischen Ebene vor einigen Jahren entwickelte CQAF war ein maßgeblicher Anstoß zur Entwicklung von QIBB. Der EQARF hat das Potential, einen neuen Entwicklungsschub auszulösen. Eine Richtung ist vorgegeben, nämlich die Abbildung der Performance des Bildungssystems und seiner Institutionen durch eine Handvoll geeignet gewählter Indikatoren. QIBB ist stark verbunden mit dem Managementansatz eines „Führens mit Zielen“. Der EQARF regt eine Weiterentwicklung dieses Ansatzes zu einem „Führen mit Zielen und Indikatoren“ an.
zum vollständigen Interview
ENQA-VET: Erfolgreicher Abschluss des zweijährigen Arbeitsprogramms
Am 26. und 27. November 2009 fand auf Einladung des Unterrichtsministeriums die 4. Generalversammlung des Europäischen Netzwerks für Qualität in der Berufsbildung ENQA-VET in Wien statt.
In seiner Eröffnungsrede betonte Sektionschef Theodor SIEGL (BMUKK, Sektion II Berufsbildung) die Bedeutung des Themas Qualität in der beruflichen Bildung in Österreich, die sich auch in der QualitätsInitiative BerufsBildung (QIBB) manifestiert. Rund 60 Teilnehmer/innen aus 25 europäischen Ländern widmeten sich dem Abschluss des Arbeitsprogramms von ENQA-VET und den Überlegungen für die nächste Phase ab 2010, die ganz im Zeichen des EQARF stehen wird (siehe oben).
ENQA-VET schließt mit 31. Dezember 2009 sein zweijähriges Arbeitsprogramm und die Projektlaufzeit ab. Das nahm der Vorsitzende des Netzwerks, Jürgen HORSCHINEGG (BMUKK, Sektion II) zum Anlass, sich bei den Board-Mitgliedern, die gemeinsam mit ihm zwei Jahre lang ENQA-VET geleitet haben, für deren Arbeit zu bedanken (die von ihm überreichten Geschenke wurden in der HTL Steyr gefertigt). Zahlreiche Rückmeldungen der Teilnehmer/innen belegen, das mit dieser Veranstaltung eine gelungene Werbung für die österreichische berufliche Bildung gemacht werden konnte; nicht zuletzt das Catering und das vorzügliche Conference Dinner in der Gastgewerbefachschule am Judenplatz trugen zu diesen Rückmeldungen bei (siehe Fotos unten) – ein herzliches Danke an die Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrer/innen!




Von der ENQA-VET Abschlusskonferenz in Stockholm (3./4.12.2009) und den Ergebnissen und Produkten des Netzwerks berichten wir in den nächsten NEWS.
Ab 1.1.2010 wird es unter Federführung der Europäischen Kommission ein EQARF Netz geben, das die bisher geleisteten Arbeiten von ENQA-VET weiterführen bzw. darauf aufbauen wird. Die Rolle der nationalen Referenzstellen – so wie ARQA-VET eine ist – soll eine bedeutsamere werden, die Aufgaben werden weiter zunehmen.

Good Practice: Vienna Business School Schönborngasse
In den ARQA-VET NEWS 12 stellen wir die Vienna Business School Schönborngasse als ein weiteres Beispiel guter Praxis für Qualitätsmanagement in berufsbildenden Schulen vor. Lesen Sie alles dazu unter:
www.arqa-vet.at/qualitaet/good_practice/vbs
DIE SCHULE:
VBS Schönborngasse
Website: www.schoenborngasse.vbs.ac.at
Das Q-Team:
v. l. n. r.: Stefanie BATTENFELD (Schulleiterin), Maria FÖLHS (Administration und Schulformenentwicklung), Peter KRAUSKOPF (Schulqualitäts- und Strategiemanagement), Eveline GRUBNER (Schulqualitäts- und Prozessmanagement)
Das Qualitätsmanagement an der VBS Schönborngasse, das sich am KVP (kontinuierlicher Verbesserungsprozess)-Modell orientiert, wurde von Beginn an (1998) als Bottom-up Prozess organisiert … Die Qualität an der Schule wird mittels einer Matrixstruktur, d.h. auf zwei Ebenen sichergestellt: Auf der Fachbereichsebene durch die Fachbereichsleiter/innen und Fachgruppenkoordinatoren mit einer entsprechenden Meetingkultur und auf der Gesamtorganisationsebene durch die KVP-Steuergruppe mittels regelmäßiger Workshops und laufender Entwicklungsarbeit in Projektgruppen ... (mehr)
Was die Veränderung des QM-Systems durch die Einführung von QIBB betrifft, so hat durch QIBB die Vernetzung unter den Schulen und der Austausch von Good Practice Beispielen bzw. die Verständigung über Probleme und mögliche Vorgehensweisen zugenommen.
Auf die Frage, was notwendig ist, damit QIBB gelingt und den Schulalltag nachhaltig verändert, erhielten wir folgende Antwort:
1. Sich über das Ziel (Strategie) zu verständigen
2. Entsprechende Strukturen (z.B. Steuergruppe, Mittleres Management, Projektgruppen, Ressourcen und Sicherstellung des Kommunikationsflusses) aufzubauen
3. Die Schulkultur zu beachten
4. Wichtig scheint, dass keine Übersättigung mittels Fragebogenerhebungen stattfindet.
Weiters sei es notwendig, dass alle Beteiligten das Gefühl haben, dass ihre Interessen wahrgenommen und berücksichtigt werden. Die Rolle der Schulleitung ist dabei nicht zu unterschätzen, ein ausdrückliches und eindeutiges Engagement für das QM ist Voraussetzung … (mehr)
zur vollständigen Darstellung 
Die Peer Review in QIBB Schulen und mehr
Über Peer Review in QIBB haben wir in unseren vergangenen Newslettern bereits mehrfach berichtet. Nun ist es endlich so weit! Im Schuljahr 2009/10 werden folgende neun Schulen ein Peer Review in QIBB durchführen:
> HBLW Linz-Landwied
> HLMW9 Michelbeuern
> HLW Sta. Christiana Frohsdorf
> Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe Braunau
> Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe und Hotelfachschule Weyer
> HTLBVA St. Pölten
> Landesberufsschule Laa/Thaya
> SZE Eybnerstraße, HLW St. Pölten
> Vienna Business School Akademiestraße
www.peer-review-in-qibb.at/information/pr_schulen/
Die Schulleiter/innen der Peer Review Schulen
Am 14. und 15. Dezember 2009 fand ein von ARQA-VET organisierter und durchgeführter Kick-Off Workshop für diese Schulen (jeweils Peer Review Organisator/in und Schulleiter/in) statt, dessen Ziel es war, die handelnden Personen (Schulleitung und Peer Review Organisatoren/innen) möglichst umfassend mit der Vorbereitung und Durchführung des Peer Reviews vertraut zu machen. Wir freuen uns auf eine intensive und spannende Zusammenarbeit mit den ersten neun Peer Review in QIBB Schulen!
Neu auf www.peer-review-in-qibb.at ist die voll funktionsfähige Österreichische Peer Datenbank: www.peer-review-in-qibb.at/peers/peer_datenbank
Zwei vom BMUKK dafür akkreditierte Pädagogische Hochschulen werden Peer Schulungen für Peer Review in QIBB anbieten:
> PH Wien: 10.-12.3.2010 (2,5-tägig)
> PH Klagenfurt: 2 Tage Ende April
Die Nationalagentur Lebenslanges Lernen hat am 23.11. 2009 zum zweiten Mal die Lifelong Learning Awards 2009 vergeben. In der Kategorie „Produkte und Ergebnisse“ hat unter fünf Nominierten das Europäische Peer Review Handbuch für die berufliche Erstausbildung (öibf) gewonnen! Mehr dazu unter
www.lebenslanges-lernen.at/article/articlegallery/990/1/8
Wir gratulieren an dieser Stelle dem Team des öibf recht herzlich und freuen uns, dass das im Rahmen europäischer Projekte entwickelte Verfahren nunmehr als Peer Review in QIBB auf nationaler Ebene weitergeführt wird.

Wissenswertes und Downloads im WWW
> EQARF Flyer zum Download
> Infos zur EQARF Auftakt-Konferenz
> Europäisches Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET)
Berufliche Mobilität in Europa, 24 Seiten (DIN lang), 2009, erstellt von der deutschen Nationalagentur beim BIBB mehr
> Ausführliche Informationen zu ECVET (ECVET Questions and Answers):
> Europäische Leitlinien für die Validierung nicht formalen und informellen Lernens. Cedefop Publikation 2009, 99 Seiten. Freier Download (1012 kb)
OeAD-GmbH Neuzertifizierung nach ISO 9001:2008
Am 18. und 19. November wurde das erste Wiederholungsaudit vom TÜV Süd in der OeAD-GmbH durchgeführt. Erstmals wurde damit auch ARQA-VET als eine Einheit der OeAD-GmbH nach ISO zertifiziert. Das ISO-Zertifikat wird wieder für die Dauer von drei Jahren ausgestellt.

wünscht
das ARQA-VET-Team (zum Vergrößern der Grafik hier klicken)
Impressum:
Herausgeber der ARQA-VET NEWS:
Österreichische Referenzstelle für Qualität in der Berufsbildung
in der OeAD-GmbH
Schottengasse 7, 1010 Wien
www.arqa-vet.at . arqa-vet@oead.at
Für den Inhalt verantwortlich:
Gabriela Nimac, Franz Gramlinger und Michaela Jonach
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