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ARQA-VET NEWS 07 | 18. März 2009

1. Peer Review
2. Good Practice: Chemie-Ingenieurschule Graz
3. Literatur- und Veranstaltungshinweise
4. Neu und interessant im WWW
5. ARQA-VET NEWS weiterempfehlen und ein Buch gewinnen!

 

Peer Review

In der heutigen Ausgabe der ARQA-VET NEWS wollen wir Ihnen Peer Review als ein Instrument der Qualitätssicherung und eine Methode der externen Evaluation in der beruflichen Erstausbildung vorstellen.

Peer Review ist ein Evaluations- und Qualitätssicherungsverfahren, das vor allem aus dem Hochschulbereich bekannt ist. (mehr)

Peer Review in der Berufsbildung, insbesondere im Schulbereich, ist ein relativ neues Verfahren. Auf europäischer Ebene wird das Verfahren seit 2003 vom Österreichischen Institut für Berufsbildungsforschung (öibf) koordiniert und in insgesamt drei Leonardo-da-Vinci-Projekten entwickelt und erprobt. Ziel dieser Projekte war und ist es, Peer Review als eine Methode der externen Evaluation für den Bereich der Berufsbildung zu adaptieren und nutzbar zu machen. Mehr unter: www.arqa-vet.at/qualitaet/peer_review und www.peer-review-education.net  

Was sind nun die wesentlichsten Merkmale von Peer Review in der Berufsbildung?

• Peer Review basiert auf dem Prinzip der freiwilligen Teilnahme von Schulen.
• Das „Ownership“ bzw. die „Eigentümerschaft“ im Peer Review Prozess liegt bei der Schule, denn Peer Review hat die Fragestellungen der Schule zum Ausgangspunkt. Es ist somit ein bottom up Verfahren (bottom up bedeutet u. a., dass sowohl die Auswahl der Qualitätsbereiche als auch die Auswahl der Peers durch die jeweilige Schule erfolgt). Die Schule entscheidet schließlich, ob und wem sie über die Ergebnisse eines durchgeführten Peer Reviews berichtet.
• Zentrales Ziel von Peer Review ist Schulentwicklung: Die Zirkularität des Peer Review-Modells (Vorbereitung – Peer Besuch – Peer Bericht – Konkrete Maßnahmen – nächstes Peer Review …) zeigt deutlich, dass Peer Review in erster Linie ein Verfahren der Schul- bzw. Organisationsentwicklung darstellt und nicht ein Instrument der Qualitätsprüfung.

Ablauf des Verfahrens
Das Peer Review Verfahren gliedert sich in vier Phasen.

Phase 1: Die Vorbereitung des Peer Review Besuchs sollte mindestens drei Monate vor dem tatsächlichen Termin beginnen. In dieser Phase wird begonnen, den Peer Review Besuch zu organisieren (Erstellung eines Zeitplans); die Schule sollte spätestens einen Monat vor dem Besuch ihren Selbstbericht (Grundlage: Selbstevaluation der Schule) fertig gestellt haben; die Peers werden in dieser Phase rekrutiert und geschult.

Phase 2: In dieser Phase besuchen die Peers die Schule und führen eine Evaluierung durch, die in der Regel einen Rundgang, Beobachtungen (z.B. durch Unterrichtsbesuche) und vor allem Interviews mit den Betroffenen (d.h. Schüler/innen, Lehrer/innen, Schulleitung, Eltern etc.) umfasst. Die Peers geben nach ihrer Analyse der erhobenen Informationen, am Ende ihres Besuchs, ein erstes mündliches Feedback an die Schule.

Phase 3: Spätestens vier Wochen nach dem Peer Besuch erstellt das Peer Team einen Rohbericht, zu dem die Schule Stellung nehmen kann. Anschließend wird der endgültige Peer Review Bericht verfasst.

Phase 4: Diese Phase ist entscheidend für die Schulentwicklung und für die Verbesserungsmaßnahmen, die an den Peer Review Besuch anschließen sollen. Die Ergebnisse und Empfehlungen des Peer Review Verfahrens werden in Ziele übersetzt und konkrete Maßnahmen für die Qualitätsverbesserung der Schule daraus abgeleitet. Diese Verbesserungen werden geplant und durchgeführt, bevor ein nächstes Peer Review (frühestens nach zwei Jahren) geplant wird. Damit schließt sich der Qualitätskreislauf.

Siehe auch:
www.arqa-vet.at/qualitaet/peer_review/peer_review_als_instrument/ablauf

Was tut sich in Österreich?
Anfang 2008 hat ARQA-VET eine Machbarkeitsstudie beim öibf in Auftrag gegeben. Ziel dieser Studie ist es zu untersuchen, wie Peer Review an österreichischen berufsbildenden Schulen eingeführt werden kann und welche Rahmenbedingungen und Vorarbeiten dies verlangt. Parallel dazu hat sich die PH Wien für ihren Wirkungsbereich ebenfalls in einer Machbarkeitsstudie mit diesem Thema auseinandergesetzt.
Das öibf wurde weiters vom BMUKK beauftragt, an sieben Schulen 2008/09 erste Pilotversuche durchzuführen, die ebenfalls zum Ziel haben, das Europäische Peer Review Verfahren für den österreichischen Kontext zu erproben und gegebenenfalls zu adaptieren. Derzeit wird von Seiten des BMUKK überlegt, wie Peer Review auf Systemebene umgesetzt werden kann.

Mehr Information und beide Studien zum Download unter:
www.arqa-vet.at/qualitaet/peer_review/peer_review_in_oesterreich

Die europäische Dimension von Peer Review
Die Wichtigkeit und Präsenz des Themas Peer Review auf europäischer Ebene spiegelt sich im aktuellen ENQA-VET -Arbeitsprogramm wider, welches als Instrumente zur inhaltlichen Arbeit und Dissemination während dieser zwei Jahre u. a. vier thematische Gruppen vorsieht. Eine dieser Gruppen befasst sich mit dem Thema Peer Review. Die Hauptaufgabe dieser thematischen Gruppe besteht darin, auf den Ergebnissen der Leonardo-Projekte aufzubauen, um Peer Review im Bereich der Berufsbildung auf europäischer Ebene voranzutreiben. Beteiligte Länder: Deutschland, Finnland, Irland, Italien, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich (Gastgeberland), Rumänien, Schweden, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich
Weitere Mitglieder: European Training Foundation (ETF), ENQA-VET-Sekretariat

Weiterführende Links
www.arqa-vet.at/qualitaet/peer_review
www.peer-review-education.net
www.enqavet.eu/tg-peer-review.html

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 Good Practice: Chemie-Ingenieurschule Graz

Wir setzen unsere Rubrik der guten Beispiele für die Arbeit an und zur Qualität mit der Chemie-Ingenieurschule Graz fort. Der Schulleiterin, Andrea Hickel, sowie dem QM-Team der Chemie-Ingenieurschule haben wir sechs Fragen gestellt, die Sie ausführlich beantwortet unter
www.arqa-vet.at/qualitaet/good_practice/cis finden.

Logo Chemieschule GrazDIE SCHULE:
Chemie-Ingenieurschule Graz
Kolleg für Chemie
Triester Straße 361
8055 Graz

Website: www.chemieschule.at

Einen guten ersten Eindruck von der Chemie-Ingenieurschule Graz gewinnt man schon bei der Vorstellung der Schule seitens der Schulleitung:

Das Team:

Andrea HickelIngeborg FillPeter KainzHildegard LechnerSiegfried Schmuck

v.l.n.r.: Dr. Andrea HICKEL (Schulleiterin), Dr. Ingeborg FILL, Ing. Peter KAINZ, Dr. Hildegard LECHNER, Dr. Siegfried SCHMUCK

A. Hickel: Die Chemie-Ingenieurschule Graz ist eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht, an der nach dem Bundeslehrplan „Kolleg für Chemie“ unterrichtet wird. Die Studierendenzahl beträgt 50. Das Kolleg zeichnet sich durch eine kurze, d.h. zweijährige, und sehr praxisbezogene Ausbildung aus … (mehr)

Individuelle persönliche Betreuung und ein von Offenheit, Achtung und Freundlichkeit getragener Umgang miteinander ermöglichen eine familiäre Atmosphäre, in der neben Fachkompetenz auch Eigeninitiative, Teamfähigkeit und Kommunikationsbereitschaft gefördert werden …(mehr)

2. Wie ist an Ihrer Schule das Qualitätsmanagement organisiert?

Interessant ist, dass die SQPM des Kollegs die Schulleiterin selber ist; daneben gibt es ein 4köpfiges Lehrendenteam, das voll an der Umsetzung des schulischen QM beteiligt ist (dies sind die 4 vollbeschäftigten Lehrenden).

A. Hickel: Die Größe und Struktur unserer Schule (2 Klassen mit 4 hauptamtlichen Lehrer/innen, Anm. ARQA-VET) erlauben es uns, viele organisatorische Erfordernisse sehr unbürokratisch zu erledigen. Es gibt wöchentlich eine Sitzung, in der sowohl längerfristige, strategische Planungen durchgeführt als auch aktuell anfallende Probleme besprochen werden … (mehr)

Die Größe der Schule entspricht einem kleinen KMU, und in gewisser Weise wird die Schule auch so geführt. Unsere Studierenden sind Kunden und Mitwirkende, sie bestimmen in großem Ausmaße was sie erhalten. Studierende und Lehrende verbringen auch sehr viel Zeit außerhalb der Unterrichtszeit in der Schule; dadurch kommt es sowohl zu extra Hilfestellung für die Studierenden durch die Lehrenden als auch zu persönlichen Kontakten und Gesprächen, was die Identifikation mit der Schule verstärkt und auch die schulischen Ergebnisse verbessert. Sowohl Studierende als auch Lehrende bekommen Feedback, das unabhängig von Fragebögen und Zeitfenstern ist und die Qualität des Unterrichts sehr positiv beeinflusst.

Unsere weiteren Fragen: (mehr)

3. Hat die Einführung von QIBB Ihre Schule verändert und falls ja, wie?
4. Was ist aus Ihrer Sicht unbedingt notwendig, damit QIBB gelingt und den Schulalltag nachhaltig verändert?
5. Was sind Ihrer Meinung nach die Stärken von QIBB? Was könnte verbessert werden?
6. Welchen Themen bzw. Projekten werden Sie sich in den nächsten Jahren konkret im Hinblick auf Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung widmen?
A. Hickel:
Individualisierung im Unterricht: Wir haben im Rahmen einer pädagogischen Konferenz in Gruppenarbeit eine Sammlung von diversen Unterrichtsmethoden und deren Auswirkung auf den Unterricht/Lernerfolg erhoben. Der Austausch unter den Lehrenden war sehr interessant, und es ergaben sich sehr gute Diskussionen. Wir werden dies in regelmäßigen Abständen wiederholen und weiterentwickeln, u. a. mit Good Practice Beispielen. Es hat sich herausgestellt, dass …(mehr)

Kontakt Industrie / Wirtschaft: Da der Kontakt zur Wirtschaft eine Überlebensfrage für die Schule ist, sowohl in finanzieller als auch fachlich-qualitativer Hinsicht …(mehr)

zur vollständigen Darstellung 

Wollen auch Sie Ihre Schule auf unserer Seite präsentieren? Eine kurze Information über die von uns verfolgten Ziele sowie die Bedingungen, die an die Darstellung Ihrer Schule auf unserer Homepage geknüpft sind, finden Sie unter:
www.arqa-vet.at/fileadmin/good_practice/Info_Good-Practice.pdf

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  Literatur- und Veranstaltungshinweise 

Literaturempfehlungen rund um das Thema Qualität:

53. Beiheft Zeitschrift für PädagogikKlieme, Eckhard/ Tippelt, Rudolf (Hrsg.): Qualitätssicherung im Bildungswesen. Eine aktuelle Zwischenbilanz. Zeitschrift für Pädagogik. 53. Beiheft. Weinheim und Basel: Beltz Verlag 2008. (226 Seiten, Preis: 29,90)

zusätzliche Informationen




Bessere Qualität in allen SchulenStern, Cornelia / Ebel, Christian / Müncher, Angela (Hrsg.): Bessere Qualität in allen Schulen. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung 2008. ISBN: 978-3-89204-917-3 (368 Seiten, Preis: 29,00) 

zusätzliche Informationen




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Veranstaltungshinweise:

> Frühjahrstagung des Arbeitskreises „Aus- und Weiterbildung in der Evaluation“ der DeGeval am 3. April 2009 in München
> Frühjahrstagung des Arbeitskreises „Berufliche Bildung“ der DeGEval: Wirkungen von Evaluation beruflicher Bildung am 24. April 2009 in Bonn
> Kompetenzerfassung in der Bildungs- und Berufsberatung vom 27.-28. April 2009 in Linz
Mehr Informationen und Links zu den Veranstaltungen unter:
www.arqa-vet.at/information/termine

Termine - bitte vormerken:
> EQARF Auftaktveranstaltung am 3. Juni 2009 in Wien (EQARF = European Quality Assurance Reference Framework for VET)
> 1. QIBB Netzwerkkonferenz am 5. Oktober 2009 in Wien

Mehr Informationen dazu folgen in den nächsten ARQA-VET NEWS!

  Neu und interessant im WWW

 Auf www.arqa-vet.at umfangreich ergänzter Bereich:
> Erweitertes Glossar www.arqa-vet.at/information/glossar

Links mit Informationen und Publikationen zum Download:
> Aktuelle und sehr gute Informationen rund um das Thema "Berufsbildung in Österreich" auf der neu gestalteten Homepage des ibw - Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (mehr)
> The shift to learning outcomes (CEDEFOP) (mehr)
> Consolidation, continuity and change: Towards a European era of vocational education and training (aktuelle CEDEFOP-Studie) (mehr)

 ARQA-VET NEWS weiterempfehlen und ein Buch
Ihrer Wahl gewinnen!

Empfehlen Sie unseren Newsletter bis zum 30. April 2009 über die Seite www.arqa-vet.at/kommunikation/newsletter weiter und nehmen Sie an der Verlosung von drei Büchern teil! Das Besondere daran: Die Gewinner/innen können sich ihren Preis selbst, aus der Liste der bisher in den NEWS vorgestellten Bücher, aussuchen.
Machen Sie mit und gewinnen Sie!

Wir freuen uns auf Ihre Reaktionen und Empfehlungen und grüßen damit herzlich 

das ARQA-VET-Team
Impressum:
Herausgeber der ARQA-VET NEWS:
Österreichische Referenzstelle für Qualität in der Berufsbildung
bei der OeAD-GmbH
Schottengasse 7, 1010 Wien
www.arqa-vet.at   .   arqa-vet@oead.at

Für den Inhalt verantwortlich:
Franz Gramlinger, Michaela Jonach und Gabriela Nimac

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