1. Neu: Gute Beispiele für Qualitätsmanagement in BBS
2. Good Practice: ibc-: Hetzendorf
3. Wer hat was zu sagen: Eva Schönauer-Janeschitz (BMUKK)
4. Literatur- und Veranstaltungshinweise
5. Neu und interessant im WWW
Neu: Gute Beispiele für Qualitätsmanagement in BBS
Mit dieser Ausgabe der ARQA-VET NEWS wollen wir Ihnen nicht nur einen neuen Bereich unserer Homepage vorstellen, sondern auch ein Vorhaben von ARQA-VET, von dessen Potenzial wir überzeugt sind. Über die Publikation von „good practice“ – die Beschreibung von guten Beispielen, wie Qualitätsmanagement (QM) in berufsbildenden Schulen (BBS) praktiziert und „gelebt“ wird - möchten wir Folgendes erreichen:
> Schulen, die diese Thematik interessiert, zu informieren (möglichst vielfältig und facettenreich und hoffentlich auch mit vielen verschiedenen Beispielen);
> damit auch ein Vergleichen, Nachdenken und Voneinander-Lernen zu ermöglichen;
> im Idealfall den Anstoß für Nachfragen, Kommunikation und den Austausch von Erfahrungen, Schwierigkeiten und Überlegungen zu geben – also unserem ureigensten Auftrag nachzukommen: Netzwerkaktivitäten zu initiieren und zu unterstützen.
Wir laden Sie dazu ein, mit uns in Kontakt zu treten, wenn Sie Interesse daran haben, Ihre schulischen Aktivitäten und Ihr Konzept von QM als gutes Beispiel einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen. Zwei Voraussetzungen sind aus unserer Sicht zu erfüllen:
(1) Qualität ist ein wichtiges Thema für die Schule – und das wird auch nach außen kommuniziert und sichtbar.
(2) Sowohl die Schulleitung, die Qualitätsverantwortlichen als auch das Lehrer/innen-Team sind überzeugt davon, als „good practice“ Beispiel etwas für andere Wichtiges und Interessantes zu bieten zu haben, und sie sind nicht nur bereit das vorzustellen, sondern auch an einer inhaltlichen, konstruktiven Diskussion interessiert.
Wir hoffen auf reges Interesse aus den verschiedenen Bereichen unseres berufsbildenden Schulwesens – nicht nur um viele gute Beispiele für Qualitätsarbeit zu bekommen, sondern auch um die Qualität und das Leistungsspektrum der österreichischen beruflichen Erstausbildung in Schulen – ein Stück weit – präsentieren zu können. Im Newsletter werden wir jeweils ein gutes Beispiel exemplarisch und gekürzt darstellen, den Beginn macht gleich im Anschluss eine Handelsakademie aus Wien.

Good Practice: ibc-: Hetzendorf
Wir beginnen unsere neue Rubrik der guten Beispiele für die Arbeit an und zur Qualität mit dem International Business College Hetzendorf – einer der größten kaufmännischen Schulen Österreichs im 12. Bezirk in Wien.
Wir stellten dem Schulleiter, Dieter Wlcek, sowie Klaus Maier, Gerhard Lechner, Gertraud Schuster, Bibiana Rydel und Elisabeth Tschernutter aus dem Qualitäts-Team sechs Fragen, die Sie ausführlich beantwortet unter
www.arqa-vet.at/qualitaet/good_practice/ibc finden.
DIE SCHULE:
International Business College Hetzendorf
Hetzendorfer Straße 66-68
1120 Wien
Tel.: 01 804 35 79
E-Mail: office@ibc.ac.at
Website: www.ibc.ac.at
Für uns als besonders spannend erwies sich die Frage, wie denn das Qualitätsmanagement (QM) am ibc-: Hetzendorf organisiert ist. In der ausführlichen Antwort sind sehr deutlich die Philosophie und das Selbstverständnis der Schulleitung und des Teams des ibc-: zu spüren:
„Unser Qualitätsmanagement besteht aus:
Dem EFQM-Bericht, der alle vier Jahre von rund 80 % der 150 Lehrer/innen und Mitarbeiter/innen erstellt wird und ein großes Gesamtbild der Schule liefert. Die vier hauseigenen AFQM Assessoren bewerten den Bericht und listen die Verbesserungspotentiale auf. Aus dieser Liste wählen alle Lehrer/innen eine Prioritätenliste aus; dann werden Projektteams gebildet, die diese Verbesserungspotentiale analysieren und die weiteren Vorgangsweisen planen und implementieren. (mehr)
Das Management Performance Review findet jedes Jahr......... (mehr)
Diese Form des mittleren Managements ist die einzige Möglichkeit, Qualitätsbewusstsein und Organisationsentwicklung im Sinne von QIBB bis in die kleinste Ebene der Organisation zu tragen, die Expertise der Lehrer/innen für die Organisation Schule zu nutzen und so in einem angstfreien, natürlichen Regelkreisdenken demokratische Schulentwicklung auf breiter Basis unter hoher Motivation der Beteiligten erfolgreich zu betreiben. Der Anfang ist gemacht, der Weg geht immer weiter."
Unsere weiteren Fragen, nach der Vorstellung der Schule: (mehr)
3. Hat die Einführung von QIBB Ihre Schule verändert und falls ja, wie?
4. Was ist aus Ihrer Sicht unbedingt notwendig, damit QIBB gelingt und den Schulalltag nachhaltig verändert?
5. Was sind Ihrer Meinung nach die Stärken von QIBB, was könnte verbessert werden?
6. Welchen Themen bzw. Projekten werden Sie sich in den nächsten Jahren konkret im Hinblick auf Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung widmen?
In der Antwort auf diese letzte Frage war der erste Punkt von Dieter Wlcek die mittlere Managementebene, der des QM-Teams die Verbesserung der Raumsituation, den Abschluss bildet Peer Review.
>> Zur vollständigen Darstellung
Wer hat was zu sagen: Eva Schönauer-Janeschitz (BMUKK)
Eva SCHÖNAUER-JANESCHITZ leitet seit Februar 2002 die Abteilung II/4 - Humanberufliche Schulen und Höhere land- und forstwirtschaftliche Schulen. Nach der Hauptschule Besuch der HAK, anschließend Studium der Wirtschaftspädagogik an der WU in Wien; ab 1982 Unterrichtstätigkeit an verschiedenen BBS (HAK, LA für wirtschaftliche Berufe, LA für Mode und Bekleidungstechnik); seit 1992 im BMUKK in Abteilung II/4.
Im Newsletter werden aus Platzgründen nur Auszüge aus dem Gespräch wiedergegeben. Das vollständige Interview finden Sie hier.
F_1: Liebe Frau Schönauer-Janeschitz: DIE humanberuflichen Schulen in Österreich – was umfasst dieser Begriff, von wie vielen Schulen, Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern sprechen wir, und was ist die gemeinsame Klammer dahinter?
Das humanberufliche Schulwesen besteht aus fünf verschiedenen Schularten:
> Lehranstalten für wirtschaftliche Berufe - HLW, FW (110 Schulen)
> Lehranstalten für Tourismus - HLT, HF, TFS (26 Schulen)
> Lehranstalten für Mode - HLM, FM (17 Schulen)
> Lehranstalten für künstlerische Gestaltung - HLK (3 Schulen)
> Schulen für Sozialberufe - FSB, SOB (39 Schulen)
mit insgesamt ca. 58.000 Schülerinnen und Schülern, ca. 7.000 Lehrerinnen und Lehrern. Die Schulen verteilen sich auf rund 150 Standorte (mit jeweils einer Schulleitung).
Mit Ausnahme der sozialberuflichen Schulen ……… (mehr)
Die gemeinsame Klammer besteht einerseits in der langjährigen Tradition, in einer pädagogischen Abteilung angesiedelt zu sein und damit in eine gemeinsame „Unternehmenskultur“ und in eine Gesamtschau über die verschiedenen Schularten ………….(mehr)
F_2: Auf Hum.at, dem Internetportal der humanberuflichen Schulen Österreichs (www.hum.at), steht in der Übersicht links „Qualität“ ganz oben. Wohl kein Zufall?
Das ist sicher kein Zufall, sondern Ausdruck der zentralen Stellung von Qualitätssicherung und -entwicklung in allen Bereichen des humanberuflichen Bildungsbereiches. Dies beginnt bereits beim qualitätsvollen, wertschätzenden Umgang miteinander und einer möglichst transparenten Kommunikationskultur. Letztendlich steht aber hinter bzw. über allem die eigentliche Kernaufgabe, nämlich das Lehren und Lernen, und damit die Schülerinnen und Schüler der humanberuflichen Schulen. Zentrales Ziel aller Maßnahmen, Entscheidungen und Handlungen muss die bestmögliche Förderung und Forderung der jungen Menschen an unseren Schulen sein.
F_3: Q-hum und QIBB!? Ist das eine ein Ableger vom anderen? Welche Rolle spielt QIBB aus Ihrer Sicht generell im Schulalltag, und was ist das Besondere, der USP (unique selling point), der humanberuflichen Schulen unter den berufsbildenden Schulen in Österreich?
Die erste Frage ist nicht leicht zu beantworten, da sich beides - QIBB und Q-hum - parallel entwickelt haben und somit auch gegenseitig beeinflussen. QIBB hat mittlerweile durchaus in den schulischen Alltag Einzug gefunden, es ist sehr viel bei der Bearbeitung der Qualitätsschwerpunkte Leistungsbeurteilung und Individualisierung erarbeitet und umgesetzt worden. Dennoch wird es ……… (mehr)
Das Besondere der humanberuflichen Schulen liegt sicher in der langjährigen Kultur einer größtenteils offenen, wertschätzenden Grundhaltung, einer guten Mischung aus „top down-“ und „bottom up-“ Entwicklungen und in der Vielfalt der verschiedenen Schularten, die sich gegenseitig befruchten. Humanberufliche Schulen haben sich immer als BILDUNGS- und AUSBILDUNGSstätten und als LEBENSRAUM gesehen, dadurch ist es uns offenbar bisher gelungen, die Kernaufgabe von Schule, nämlich die Entwicklung von CITIZENSHIP und EMPLOYABILITY bei unseren Schülerinnen und Schülern, bestmöglich zu erfüllen.
F_4: Werfen wir einen kurzen Blick nach Europa: Gibt es in der EU Vergleichbares zu Ihrem Zuständigkeitsbereich im Bereich der Sekundarstufe II? Spielen Internationales und die EU generell und europäische Entwicklungen im Qualitätsbereich im Speziellen eine Rolle im humanberuflichen Schulwesen? Können Sie sich vorstellen, wo und wie Sie von uns als Referenzstelle Unterstützung oder Hilfe anfordern?
Innerhalb der EU stellt sich der Berufsbildungsbereich sehr unterschiedlich dar. Die Bereiche Tourismus, ……… (mehr).
Es wäre hier sicher sehr hilfreich, Informationen über die aktuellen Entwicklungen und Diskussionen, aber auch Unterstützung beim Knüpfen von Kontakten durch die Referenzstelle zu erhalten.
F_5: Eine abschließende Frage: Was würden Sie als wichtigen oder gar zentralen Indikator für den Erfolg von Q-hum/ QIBB bezeichnen?
Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. ……… (mehr).
Sehr pauschal ausgedrückt ist wesentlicher Indikator für den Erfolg von Q-hum die Feststellung, ob die gesetzten Maßnahmen die Schülerinnen und Schüler überhaupt erreichen. Zweiter wichtiger Ausdruck der erfolgreichen Umsetzung wird sein, inwieweit Q-hum zum „Selbstläufer“ wird, d.h. zu einem untrennbaren Bestandteil von guter Schule.
Danke für das Interview!
>> Zum vollständigen Interview 
Literatur- und Veranstaltungshinweise
Literaturempfehlungen rund um das Thema Qualität:
Buer van, Jürgen/Wagner, Cornelia (Hrsg.): Qualität von Schule. Ein kritisches Handbuch. Frankfurt a. M. u.a.: Peter Lang 2007. ISBN 978-3-631-55033-5 (652 Seiten, Preis: 68,00)
>>zusätzliche Informationen
Brüsemeister, Thomas/ Eubel, Klaus-Dieter (Hrsg.): Evaluation, Wissen und Nichtwissen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2008. ISBN: 978-3-531-15586-9 (314 Seiten, Preis: 34,90)
>>zusätzliche Informationen
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Veranstaltungshinweise:
> Das Pädagogische Institut der Universität Zürich veranstaltet vom 29.6. bis 1.7.2009 den Kongress „Unterrichtsforschung und Unterrichtsentwicklung“. Mehr Infos: www.kongress-sgbf-sgl.ch
> Die European Conference on Educational Research (ECER) findet dieses Jahr in Wien unter dem Titel “Theory and Evidence in European Educational Research“ von 28. bis 30. September 2009 statt. Mehr unter: http://ecer2009.univie.ac.at/
Wenn auch Sie auf neue, für unsere Leserinnen und Leser interessante Literatur, Veranstaltungen oder Internetquellen hinweisen wollen, kontaktieren Sie uns, und wir prüfen gerne Ihr Angebot für eine weitere Verbreitung.

Neu und interessant im WWW
Auf www.arqa-vet.at neu ausgearbeitete bzw. umfangreich ergänzte Bereiche:
> Peer Review: www.arqa-vet.at/qualitaet/peer_review/
> Interviews gesammelt aufgelistet: www.arqa-vet.at/kommunikation/interviews/
> VET-LSA (Large Scale Assessment in Vocational Education and Training): www.arqa-vet.at/berufsbildung/vet_lsa/
> und Good Practice (wie schon oben ausführlich dargestellt):
www.arqa-vet.at/qualitaet/good_practice
Seiten mit EU-Bezug:
> Auf den Presseseiten der EU gibt es unter der Überschrift “The European Vocational Education and Training policy (VET) - Frequently Asked Questions" eine gute Zusammenfassung zu den wichtigsten und häufigsten (insgesamt 17) Fragen Europäischer Berufsbildungspolitik: >> Link
> Von der Generaldirektion Bildung und Erziehung der Kommission gibt es eine neue Seite zum EQARF, dem European Quality Assurance Reference Framework for VET: http://ec.europa.eu/education/lifelong-learning-policy/doc1134_en.htm - zu diesem Thema werden wir im Laufe dieses Jahres noch genauer informieren. 
Damit freuen wir uns auf Ihre Reaktionen und grüßen herzlich
das ARQA-VET-Team
Impressum:
Herausgeber der ARQA-VET NEWS:
Österreichische Referenzstelle für Qualität in der Berufsbildung
bei der OeAD-GmbH
Schottengasse 7, 1010 Wien
www.arqa-vet.at . arqa-vet@oead.at
Für den Inhalt verantwortlich:
Franz Gramlinger, Michaela Jonach und Gabriela Nimac
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