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ARQA-VET-NEWS 05 | 17. Dezember 2008

1. Europäische Konferenz des Netzwerks ENQA-VET
2. Unser „EU-Team“
3. Wer hat was zu sagen? Sophie Weisswange (Europäische Kommission)
4. Literatur-, Veranstaltungs- und sonstige Hinweise
5. Neue Mitarbeiterin bei ARQA-VET

 Europäische Konferenz des Netzwerks ENQA-VET

Vorige Woche (11./12. Dezember 2008) fand die erste große ENQA-VET Konferenz unter dem Titel „Quality in Work based Learning – meeting demands of labour market and lifelong learning“ in Wiesbaden (DE) statt. 140 Teilnehmer/innen aus 21 Ländern befassten sich eineinhalb Tage lang mit dem Qualitäts-Thema „Lernen am Arbeitsplatz“.

Österreich war mit sechs Teilnehmer/innen vertreten: Zusätzlich zum Vorsitzenden des Netzwerks, Jürgen Horschinegg (BMUKK) und dem Rapporteur der Konferenz, Franz Reithuber (HTL Steyr) waren noch Helene Babel (BMUKK), Silvana Rameder (HLW 9, Wien), Alfred Freundlinger (WKO) und Franz Gramlinger (ARQA-VET) nominiert worden.

Wir haben jede/n um „einen Satz“ zur Konferenz gebeten. Diese Kurz-Statements, mehr Informationen zur Konferenz, die Präsentation des Rapporteurs am Ende und einige Bilder finden Sie gesammelt unter: www.arqa-vet.at/enqa_vet/wiesbaden_2008  

 Unser „EU-Team“

Das Arbeitsprogramm 2008/09 des Europäischen Netzwerks für Qualität in der Berufsbildung (ENQA-VET) sieht als Instrumente zur inhaltlichen Arbeit und Dissemination während dieser zwei Jahre u. a. vier thematische Gruppen, acht Peer Learning Aktivitäten und eben zwei große Konferenzen vor. Auf nationaler Ebene – im BMUKK, Sektion Berufsbildung – bestand sehr früh Einigkeit darüber, dass für Österreich und QIBB dieses Netzwerk wichtig ist, und deshalb zu möglichst vielen dieser Aktivitäten österreichische Teilnehmer/innen entsendet werden sollten.
Die Folge war und ist ein „EU-Team“, das derzeit aus 13 Mitgliedern besteht – die oben genannten Personen sind alle Mitglieder dieses Teams. Zusätzlich gehören noch dazu (in alphabetischer Reihenfolge): Fritz Bauer (AK OÖ), Michaela Jonach (ARQA-VET), Wilhelm König (LSI NÖ), Thomas Mayr (ibw), Manfred Schörghuber (HAK Steyr), Peter Schüller (BMUKK) und  Michaela Stock (Universität Graz). Alle gesammelt unter: www.arqa-vet.at/enqa_vet/das_europaeische_netzwerk/oesterreichische_aktivitaeten/eu_team
Ziel von ARQA-VET ist es, durch die Organisation von zwei bis drei Teamtreffen pro Jahr und die Präsenz von Personen, Aktivitäten und Inhalten auf unserer Homepage das EU- Thema Qualität in der Berufsbildung in Österreich besser bekannt und sichtbarer zu machen. Außerdem bildet sich so eine Gruppe, die nicht nur EU-Know-how und Fachwissen in ihrem beruflichen Kontext als Multiplikator/innen weiter verbreitet, sondern auch die Interessen von und Entwicklungen in Österreich stärker in den verschiedenen EU-Gruppen vertritt.

Mehr dazu unter: www.arqa-vet.at/enqa_vet/das_europaeische_netzwerk/oesterreichische_aktivitaeten     

 Wer hat was zu sagen? Interview mit SOPHIE WEISSWANGE

Sophie WeisswangeSophie WEISSWANGE (Europäische Kommission, GD Bildung und Kultur)
Nach dem Studienabschluss in Jus und Politikwissenschaften begann sie 1994 bei der Europäischen Kommission.  Im Bereich der beruflichen Bildung arbeitet sie seit 1999, seit 2008 ist sie zuständig für das Gebiet „Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung“.

F_1: In Wiesbaden auf der ENQA-VET Konferenz sagten Sie: „Qualitätssicherung ist ein wichtiges Thema auf der Europäischen Agenda”. Warum?

Lassen Sie mich zunächst den Hintergrund erläutern. Die berufliche Bildung ist ein wichtiges Element in dem Bestreben der Europäischen Union, die Wettbewerbsfähigkeit und die soziale Eingliederung zu stärken – wie dies in der Lissabon-Strategie dargelegt ist. Qualitätssicherung untermauert jede europäische Initiative im Bereich der beruflichen Bildung, und zwar indem sie dazu beiträgt, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und die Berufsbildungssysteme durch die Verbesserung der Effektivität der Ausbildung zu modernisieren. Die Empfehlung zum Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) beispielsweise legt nahe, dass die Mitgliedstaaten die Prinzipien der Qualitätssicherung in Bildung und Ausbildung vorantreiben und umsetzen sollen, indem sie die berufliche Bildung und Ausbildungsqualifikationen innerhalb der nationalen Qualifikationssysteme in Bezug zum EQR setzen. Der Entwurf über die Empfehlung zum Europäischen Kreditpunktesystem für die berufliche Bildung (ECVET) legt ebenfalls nahe, dass die Mitgliedstaaten die Prinzipien der Qualitätssicherung anwenden sollen, wenn sie ECVET nutzen, vor allem bezüglich der Prüfung, Bewertung und Anerkennung von Lernergebnissen. Das sind lediglich zwei Beispiele, aber natürlich ist Qualitätssicherung in der Berufsbildung noch in anderen Initiativen zu finden.

F_2: Die Empfehlung zum EQARF – dem Europäischen Referenzrahmen für die Qualitätssicherung – soll in einigen Wochen sowohl vom Europäischen Parlament als auch vom Ministerrat angenommen werden. Was bedeutet dieser „gemeinsame Bezugsrahmen“ für die Europäische Bildungspolitik einerseits und für die nationalen Systeme andererseits?

Auf europäischer Ebene handelt es sich um ein wichtiges gemeinsames Instrument für alle Mitgliedstaaten, dessen „technischer Charakter“ nicht die Wichtigkeit dieses Rahmens schmälern sollte. Die Europäische Kommission wird das Follow-Up und die Evaluation über die Implementierung dieser Empfehlung sicherstellen, vor allem indem sie alle vier Jahre einen Bericht für das Europäische Parlament und den Europäischen Rat präsentieren wird, aber sie wird auch an der politischen Entwicklung und Kooperation teilnehmen und diese stimulieren.
Auf nationaler Ebene bietet der Rahmen ein allgemein akzeptiertes Bezugsinstrument, das die Mitgliedstaaten nutzen und entwickeln sollen. Genauer gesagt wird empfohlen, dass jeder  Staat innerhalb von zwei Jahren nach der Annahme der Empfehlung einen Ansatz entwickeln soll, der darauf abzielt, Qualitätssicherungssysteme auf nationaler Ebene zu verbessern und den EQARF bestmöglich zu nutzen, indem die Sozialpartner, die regionalen und lokalen Stellen sowie alle anderen relevanten Stakeholder einbezogen werden. Dieser Ansatz beinhaltet die Einrichtung – wo diese noch nicht existiert – einer Referenzstelle für Qualität in der Berufsbildung sowie die aktive Teilnahme an den Aktivitäten des Europäischen Netzwerks für Qualitätssicherung in der Berufsbildung (ENQA-VET). Österreich ist auf diesem Gebiet schon etwas weiter, da diese Referenzstelle für Qualitätssicherung bereits mit ARQA-VET existiert.

F_3: Das Europäische Netzwerk ENQA-VET startet 2009 in sein fünftes Jahr. Wird die Annahme der EQARF-Empfehlung dessen Rolle oder Aufgaben verändern?

ENQA-VET hat eine große Rolle dabei gespielt, die Empfehlung zu konzipieren – und zwar durch die Einbindung der Vertreter/innen der Mitgliedstaaten in den Prozess und durch die Beobachtung angemessener Forschungsaktivitäten bei der Ausarbeitung dieser Instrumente, besonders was die Indikatorenliste betrifft.
Kooperation und Koordination auf europäischer Ebene sind von höchster Wichtigkeit and werden dies auch weiterhin und sogar noch mehr in diesen Zeiten der Umsetzung der Empfehlung bleiben. Ab 2009, mit Annahme der Empfehlung, wird eine neue Phase eingeleitet, die neue Herausforderungen bereithalten wird. Wie wird diese neue Kooperation aussehen? Die Empfehlung erwähnt ein EQARF-Netzwerk. Sicher ist, dass dieses zukünftige Netzwerk so repräsentativ wie möglich sein soll, d.h. es sollte alle Mitgliedstaaten umfassen. Wichtig ist auch, dass die an diesem Netzwerk teilnehmenden Personen ein fundiertes Mandat ihrer jeweiligen Länder haben, um diese zu repräsentieren, damit das Netzwerk neben einer „technischen“ auch eine politische Dimension erhält.    

F_4: Und schließlich eine Frage, die mit uns zu tun hat: Was wird Ihrer Meinung nach die wichtigste Aufgabe der Nationalen Referenzstellen werden?

Die Nationalen Referenzstellen werden äußerst strategische Elemente in diesem Prozess sein. Die Aufgaben der Referenzstellen sind zahlreich und wichtig. Sie werden eine große Anzahl an Stakeholdern effektiv über die Aktivitäten des EQARF-Netzwerks informieren müssen. Sie werden bestehende relevante Stelle zusammenbringen und die Sozialpartner sowie alle betroffenen Stakeholder auf nationalen und regionalen Ebenen einbinden, um das Follow-Up von Initiativen zu gewährleisten. Sie werden Selbstevaluation als eine komplementäre und effektive Maßnahme der Qualitätssicherung unterstützen. Sie werden aktive Unterstützung zur Implementierung des Arbeitsprogramms des EQARF-Netzwerks leisten und sie werden konkrete Initiativen setzen müssen, um die Weiterentwicklung des EQARF im nationalen Kontext voranzubringen. Somit erscheint das Ergreifen von Initiative nebst Dissemination und Koordination als essentiell. Ich denke zum Beispiel an die Organisation von Seminaren unter Einbindung der unterschiedlichen Stakeholder oder die Entwicklung von funktionalen Anleitungsmaterialien für Berufsbildungsanbieter.

Danke für das Interview!

  Literatur-, Veranstaltungs- und sonstige Hinweise

Wichtige und interessante Literatur:

Auch in diesem Newsletter gibt es wieder zwei Literaturtipps. Es handelt sich dabei um Publikationen, die wir auch im Hinblick auf unsere eigene Arbeit für wichtig halten:

Instrumente für die Qualitätsentwicklung und Evaluation in Schulen IQESBrägger, Gerold/ Posse, Norbert: Instrumente für die Qualitätsentwicklung und Evaluation in Schulen IQES. Bern: h.e.p. verlag ag 2007. ISBN 978-3-03905-348-3, (719 Seiten, Preis: 43,-.)

>> zusätzliche Informationen

   

VET Policy Report AustriaTritscher-Archan, Sabine/Mayr, Thomas: VET Policy Report Austria. Wien: abf Austria 2008.

>> zusätzliche Informationen

Dieser Bericht kann hier gratis heruntergeladen werden>>

 

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Zwei Veranstaltungshinweise aus dem Bereich der Berufsbildungsforschung im Jahr 2009:
>  Das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung lädt zum ersten internationalen Berufsbildungsforschungskongress (VET Congress) von 25. bis 27. März 2009 in Bern ein.
>  Und bereits zum dritten Mal findet 2009 der Österreichische Kongress für Wirtschaftspädagogik statt: am 8. Mai 2009 in Graz.
Infos und Links zu beiden Veranstaltungen unter: www.arqa-vet.at/information/termine/

  Links und Tipps (neu!):

Der Kopenhagen-Prozess zur verstärkten europäischen Zusammenarbeit in der Berufsbildung schreitet voran. Am 26. November 2008 trafen sich die zuständigen Minister der EU Mitgliedstaaten, der EFTA/EWR-Länder und der Kandidatenländer sowie Vertreter der Europäischen Kommission und der europäischen Sozialpartner in Bordeaux, um die inhaltlichen Schwerpunkte für die nächsten zwei Jahre festzulegen. Ausführlichere Informationen zur Bordeaux-Konferenz sowie zum Bordeaux-Kommuniqué finden Sie unter:
www.arqa-vet.at/enqa_vet/q_meilensteine/bordeaux_2008/

Weiters gibt es „brandneue“ und sehr gelungene Informationsfilme über die berufsbildenden Schulen in Österreich. Schauen Sie sich die kurzen Videos online an unter:
http://bbs-video.schule.at/bbs.html

Und zum Schluss noch einmal zur EU:
„The European Union: information and links with a special focus on VET“ ist eine kommentierte Linkliste, die Bettina Brenner vom CEDEFOP (www.cedefop.europa.eu) zusammen gestellt hat und die unserer Meinung nach hervorragend geeignet ist, um sich grundlegend und selbstständig über die EU zu informieren. Zum Download:
www.arqa-vet.at/fileadmin/EU/EU_for__beginners_focus-Vet_2008.pdf  

 Neue Mitarbeiterin bei ARQA-VET

Gabriela NimacSeit dem 1. Dezember 2008 verstärkt Dr. Gabriela NIMAC das Team von ARQA-VET. Frau Nimac, promoviert in Anglistik und Amerikanistik an der Universität Wien, hat die letzten zwei Jahre als Referentin für Internationales bei der Österreichischen Universitätenkonferenz (vormals Österr. Rektorenkonferenz) gearbeitet und bringt eine  Menge an internationaler Erfahrung mit. Bei uns wird sie zuständig sein für Qualitätsmanagement in Schulen mit einem spezifischen Fokus auf externer Evaluation. 
Herzlich willkommen im Team!

Wir wünschen Ihnen nicht allzu hektische Tage in der verbleibenden Vorweihnachtszeit, ein schönes und fröhliches Fest und alles Gute für das kommende Jahr 2009!
Für das ARQA-VET Team

Franz Gramlinger und Michaela Jonach

Impressum:
Herausgeber der ARQA-VET NEWS:
Österreichische Referenzstelle für Qualität in der Berufsbildung beim Österreichischen Austauschdienst
Schottengasse 7
1010 Wien
www.arqa-vet.at    arqa-vet@oead.at

Für den Inhalt verantwortlich:
Franz Gramlinger und Michaela Jonach

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