Europäische Kommission, GD Bildung und Kultur
Die Europäische Kommission erfüllt zwei zentrale Aufgaben. Sie erarbeitet erstens Vorschläge für neue europäische Rechtsvorschriften, die sie dem Europäischen Parlament und dem Rat vorlegt. Weiters ist sie das Exekutivorgan der EU, d. h. sie ist für die Umsetzung der Beschlüsse des Parlaments und des Rates verantwortlich. Sie führt also das Tagesgeschäft der EU: Umsetzung der politischen Maßnahmen, Durchführung der Programme und Verwaltung der Mittel.
Das Personal der Kommission arbeitet in Abteilungen, die als „Generaldirektionen“ (GD) und „Dienste“ bezeichnet werden. Die GD Bildung und Kultur (Directorate General for Education and Culture) ist u. a. für den Bereich der Berufsbildung zuständig.
Aus Sicht der Europäischen Kommission als zentralem Akteur im Bereich der Berufsbildung auf europäischer Ebene stellen der zunehmende globale Wettbewerb, der hohe Anteil gering qualifizierter Arbeitnehmer/innen und die fortschreitende Alterung der europäischen Bevölkerung die größten Herausforderungen für die Zukunft Europas dar. Für die Kommission ist ein starker Berufsbildungssektor entscheidend für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und Innovation Europas, indem er die für den Arbeitsmarkt notwendigen Fertigkeiten, Kenntnisse und Kompetenzen bereitstellt.
Grundlage für die europäische Zusammenarbeit bei der beruflichen Aus- und Weiterbildung ist die Kopenhagener Erklärung, die im November 2002 durch die Bildungsminister von 31 europäischen Ländern sowie durch Sozialpartner und die Europäische Kommission angenommen wurde und den Kopenhagen Prozess in Gang setzte. Mehr dazu unter: www.arqa-vet.at/enqa_vet/kopenhagen_prozess/
Ein zentraler Teil des Prozesses der europäischen Zusammenarbeit im Bereich der Berufsbildung ist die Entwicklung von gemeinsamen europäischen Rahmen und Instrumenten zur Stärkung der Transparenz, der Anerkennung und der Qualität von Kompetenzen und Qualifikationen, wodurch die Mobilität von Lernenden und Arbeitnehmern/innen erleichtert werden soll. Zu diesen Instrumenten zählen der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR), Europass, das Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET) und der Gemeinsame Referenzrahmen für Qualitätssicherung in der Berufsbildung (EQARF).
Der Kopenhagen Prozess wird alle zwei Jahre überprüft. Die erste Überprüfung fand im Dezember 2004 in Maastricht statt, die zweite im Dezember 2006 in Helsinki. Zuletzt trafen sich die verantwortlichen Minister der beteiligten europäischen Staaten in Bordeaux und verabschiedeten am 26. November 2008 das Bordeaux Kommuniqué.
Das EU-Programm Leonardo da Vinci – eingebunden in das EU-Programm für lebenslanges Lernen - sorgt für die Verknüpfung von Politik und Praxis auf dem Feld der beruflichen Bildung und finanziert grenzüberschreitende Mobilitätsinitiativen, Kooperationsprojekte zur Entwicklung und Verbreitung von Innovation sowie thematische Netzwerke. Die Spanne reicht von Projekten, die Einzelpersonen durch einen Auslandsaufenthalt die Möglichkeit zur Verbesserung ihrer Kompetenzen, ihres Wissens und ihrer Fertigkeiten bieten, bis hin zu europaweiten Kooperationsprojekten zwischen Bildungseinrichtungen.
Innovationsprojekte bilden seit Anbeginn den Kern des Leonardo da Vinci-Programms. Sie zielen durch Entwicklung und Transfer von innovativen Maßnahmen, Strategien, Inhalten, Methoden und Verfahren innerhalb der beruflichen Bildung auf eine qualitative Verbesserung der Bildungssysteme ab.
http://ec.europa.eu/education/lifelong-learning-policy/doc60_de.htm
http://ec.europa.eu/education/lifelong-learning-programme/doc82_de.htm
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